MoritzAltenbach

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Der Adlerweg – Kampf über die Gipfel im Karwendelgebirge

Der Adlerweg – Kampf über die Gipfel im Karwendelgebirge

So, nächster Anlauf. Für den Neustart meiner Mission habe ich etwas umgeplant, da ich gepäckmäßig während den ersten zwei Etappen wirklich überladen war. Zelt, Schlafsack und Isomatte warf ich raus, dafür kam nur noch ein Hüttenschlafsack mit und der Plan war festgelegt, dass ich den gesamten Rest des Weges auf Hütten übernachten würde. Somit war der Rucksack doch schonmal etwas leichter, obwohl meine Zeltausrüstung insgesamt auch nur drei Kilogramm wiegt. Die kamen dann leider fast schon wieder in Form der Klettersteigausrüstung mit in den Rucksack, da Kenny und ich auf unserer Tour zwei Tolle Klettersteige gehen wollten. Wie auch immer, weniger Volumen hatte der Rucksack auf jeden Fall. Außerdem hatte ich eine neue, größere Regenhülle gekauft, falls ich nochmal in Regen geraten sollte. Soviel also zu den Anpassungen.

Am Vormittag gings wieder los in die Berge, meine Eltern fuhren uns zum Ausgangspunkt, da dieser öffentlich schwer erreichbar war und auch die zwei mal wieder etwas Zeit in den Bergen verbringen wollten. So kam es, dass wir vom Startpunkt der Karwendeletappen in Pertisau eine Stunde lang zu viert in das wunderschöne Falzthurntal wanderten, bis meine Eltern dann an einer Hütte ankerten und sich einen Kaiserschmarren gönnten. Klingt gut, war aber doch etwas zu früh für Kenny und mich, also machten wir uns auf zur ersten Hütte, auf der wir Übernachten würden, der Lamsenjochhütte. Nach langem Marsch und einem finalen steilen Anstieg kamen wir dort am Nachmittag an und richteten uns ein. Kurz darauf wollten wir die restlichen Stunden des Tages nutzen um den Klettersteig auf die Lamsenspitze zu durchklettern, welchen wir allerdings beim Aufstieg aufgrund etwas schlechter Beschilderung gleich mal verpassten. Vielleicht spielte auch der Nebel eine Rolle, wieso wir ihn zuerst nicht fanden. Oben auf der Spitze befanden wir uns so ziemlich im Whiteout und konnten eigentlich gar nichts sehen, doch der Aufstieg war trotzdem schön gewesen. Außerdem erspähten wir unter der Wolkendecke kurz einen riesigen vorbeisegelnden Adler. Wow! Da wir unsere Kochausrüstung mit auf den Gipfel geschleppt hatten, gab jetzt erstmal Abendessen. Couscous mit Tüten-Pfeffersoße. Gute Stärkung für den Abstieg! Der ging jetzt aber, so wie eigentlich für den Aufstieg geplant, über den Klettersteig. Und der hatte es tatsächlich nochmal in sich. Durch einen Tunnel hindurch kletterten wir auf die andere Seite der Wand und dann diese herab. Als wir die Hütte wieder erreichten, wurde es schon dunkel. Hat aber echt Spaß gemacht, dieser erste Tag. 

 

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Deutlich anstrengender wurde der zweite. Da die nächste Hütte wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war, mussten heute zwei Etappen zurückgelegt werden. Das Wetter war and diesem tag eher Trist, selten kam mal ein Gipfel um uns herum wirklich zum Vorschein. Und so trotteten wir von Berg zu Tal, wieder auf den Berg, wieder ins Tal und wieder auf den Berg. Mannoman, echt anstrengend. Erst beim letzten Anstieg besserte sich das Wetter langsam. Meinen Wow-Effekt an diesem Tag hatte ich, als wir im letzten Tal ein riesiges Kiesbett überquerten. Inmitten dieser mächtigen Kulisse hatte es ein kleiner Baum irgendwie geschafft, den Kräften der Erosion standzuhalten, und stand mutterseelenallein in dem Kiesbett. Foto-Alarm, was für ein geiles Motiv! Und jetzt ab rauf zur Hütte, da solls nen richtig guten Kaiserschmarren geben! Gab es dann aber nicht, wie wir feststellten. Nur Mittags, was für ein Betrug! Immerhin klarte der Himmel am Abend auf und es ergab sich ein toller Sonnenuntergang. Zudem lernten wir Anton, Bernd, Simon, Merrit und Kira kennen, die auch die Nacht auf der Hütte verbrachten und am nächsten morgen genau wie wir aus die Birkkarspitze steigen wollten. 

 

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Gesagt getan, am nächsten Morgen startete die Karawane auf den fast 900 Meter hohen Anstieg zum höchsten Gipfel im Karwendelgebirge. 2749 Meter ist die Birkkarspitze hoch und als wir um 11 Uhr dort oben standen, war die Begeisterung über den Anblick groß. Kaum ein Wölkchen am Himmel und um uns herum endlose Gipfel. Zu diesem Anblick gab dann erstmal Mittagessen und kurz darauf trennten sich unsere Wege wieder. Nur Simon würde weiter mit uns bis zur nächsten Hütte wandern. Der Abstieg stellte sich dann als schier endlos und anstrengend heraus. 1400 Höhenmeter mussten wir bis ins Isartal herabsteigen.

 

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Unten angekommen waren wir fast schon entsetzt, dass es von dort aus noch einmal zwei Stunden bergauf bis zur Alm ging. Ich war wirklich am Ende, noch dazu hatte ich ein sehr schmerzhaftes ziehen in der Schulter, weshalb ich schon besorgt wurde, ob ich überhaupt am nächsten Tag weitergehen konnte. Nach einer Weile Stop and Go trennten wir uns von Simon, da wir diesen nicht aufhalten wollten. Die Nerven lagen blank, doch nach einigen weiteren Pausen und langsamem vorkämpfen schafften wir es doch ans Ziel. Auf der Hallerangeralm gab es dann zur Belohnung den lang ersehnten Kaiserschmarren und einen grandiosen Sonnenuntergang, der mich alle Schmerzen vergessen ließ. 

 

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Danach ging früh ins Bett, denn wir mussten uns ja noch für den letzten Tag erholen. Dieser begann erneut  mit bestem Wetter und die Schulter war wieder erstaunlich gut. Es stellte sich heraus, dass ich während dem langen Abstieg am Vortag das Tragegestell des Rucksacks einfach nicht richtig eingestellt hatte. Also stapften wir ein letztes Mal die Berge hoch und runter, bis wir endlich auf der Nordkette über Innsbruck standen. Und zur Belohnung des Tages gönnten wir uns sogar die Bahnfahrt hinab ins Tal. Eine absolute Ausnahme! In Innsbruck tranken wir mit Simon zum Abschluss noch gemeinsam einen Kaffee, bevor Kenny und ich mit dem Fernbus wieder nach München fuhren. Ich hatte mich nämlich ernst dagegen entschieden, sofort weiterzuwandern, sondern wollte angesichts der Schulter präventiv nochmal zwei Tage Pause einlegen. Danach würde ich mit neuer Kraft die Lechtaler Alpen in Angriff nehmen.

 

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Der Adlerweg – Start im Kaisergebirge

Der Adlerweg – Start im Kaisergebirge

Es war nun also soweit, ich startete meine lange Tour durch Tirol in St. Johann am 30. August 2018. Mittags kam ich mit dem Zug an und marschierte los, bis ich zum offiziellen Startpunkt kam, der mit einer Statue eines Adlers markiert war. An diesem Spätsommertag herrschten wirklich heiße Temperaturen und ich kämpfte mir sofort einen ab, mit meinem 20 Kilo Rucksack. Das kann ja was werden. Mit viel Mühe und Pausen ackerte ich mich den Berg hinauf, bis ich letztendlich die erste Etappe bis zur Gaudeamushütte geschafft hatte. Es war noch nicht allzu spät, weshalb ich sogar noch einen weiteren Anstieg mitnahm und auf der nächsten Hütte, der Gruttenhütte übernachtete. Wie genau die nächsten Tage verlaufen sollten, wusste ich nicht, denn es war wirklich schlechtes Wetter angesagt. Und noch dazu: ich musste schnell vorankommen, da ich in wenigen Tagen Etappe 8 mit meinem Kumpel Kenny gemeinsam in Angriff nehmen wollte. 

Ich stand also am nächsten morgen früh auf, um weit voran zu kommen, vielleicht zwei Etappen an diesem Tag. Doch nach wenigen Stunden kam der Regen, und davon nicht zu wenig. Schnell hing mir das ganze zum Hals raus und ich erkannte, dass das so nichts wird. Zudem war mein Rucksack so vollgestopft, dass mein Raincover nicht mehr drüber passte. Das konnte ja nichts werden. Also musste ich meinen Plan ändern. Die Aussicht auf mindestens zwei weitere Regentage zwang mich letztendlich in die Knie, und ich fuhr erstmal zurück nach München, um wenige Tage später zusammen mit Kenny die Karwendeletappen zu meistern. Am Kaisergebirge bin ich zwar noch vorbeigekommen, aber die Brandenburger Alpen würde ich jetzt erstmal auslassen. Was solls, aufs Karwendel freute ich mich sowieso mehr!

 

 

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Sommer in Europa – Vorbereitung für den nächsten Trip

Sommer in Europa – Vorbereitung für den nächsten Trip

Da bin ich wieder!

Mannomann, jetzt hab ich mich echt schon lange nicht mehr hier auf meinem Blog herumgetrieben. Das soll sich jetzt wieder etwas ändern! Grund dafür ist, dass mein nächster Trip ansteht, welcher eindeutig Urlaubs- und Reisecharakter hat und somit der Berichterstattung auf dieser Seite mehr als würdig ist.

Was den Sommer bisher so geschah

Bevor ich euch verrate, wo es als nächstes hingeht, möchte ich kurz zusammenfassen, was ich diesen Sommer bisher so erlebt habe. In erster Linie ging es darum, nach meinem Jahr in Kanada wieder etwas Geld zu verdienen und Vorbereitungen für einen weiteren Winter dort zu treffen. Und damit schonmal die erste Überraschung! Ja genau, ich gehe wieder nach Kanada! Genauer gesagt sogar wieder nach Revelstoke, von wo ich ja zuletzt sehr ausführlich berichtet hatte, wie toll es dort ist. Doch das ist nicht der Trip, von dem ich hier in diesem Post berichten möchte. Stattdessen begeben wir uns diesmal nicht ganz so weit von meiner Heimat weg, sondern ins benachbarte Tirol in Österreich. Dort habe ich, aufgrund der Nähe zu München, diesen Sommer immer wieder tolle Erlebnisse gehabt, von denen ich hier ein paar Fotos für euch zusammengestellt habe. Von mehrtägigen Wandertouren bis hin zu meinen ersten Klettersteigerfahrungen war diesen Sommer von allem ein bisschen dabei. Doch den großen Trip, den habe ich jetzt erst vor.

Auf den Spuren des Adlers

Diese Zwischenüberschrift deutet schon darauf hin, was ich als nächstes vorhabe. Quer durch Tirol führt ein Fernwanderweg, genannt Adlerweg, dessen Begehung ich nächste Woche starten werde. Aus diesem Fernwanderweg habe ich mir 23 der 33 Etappen ausgesucht, die ich ab Mittwoch zu bewältigen versuche. Diese liegen allesamt in den Nördlichen Kalkalpen zwischen St. Johann in Tirol und St. Christoph am Arlberg. Auf meinem Weg werde ich also das Kaisergebirge, die Brandenberger Alpen, das Karwendelgebirge, das Wettersteingebirge und die Lechtaler Alpen durchqueren. Ein ganz schöner Batzen Natur! Die Wegstrecke, die ich dabei zurücklegen werde beträgt circa 320 Kilometer, der schwerere Teil daran dürften jedoch die insgesamt 23.000 Höhenmeter sein, die auf dieser Strecke zu überwinden sind. Doch dafür habe ich ja den ganzen Sommer über fleißig geübt. Anders als bei meinen wilden mehrtägigen Unternehmungen in Nordamerika werde ich in Tirol fast täglich eine Hütte mit Übernachtungsmöglichkeit ansteuern können, allerdings werde ich auch meine Campingausrüstung mit mir nehmen. Vor allem um mir selbst ab und an Mahlzeiten zu kochen, damit der Geldbeutel etwas geschont wird.

Berichterstattung auf Instagram

Um euch auch während meiner Tour stetig mit Impressionen zu versorgen werde ich wohl leider ausschließlich Instagram nutzen, da ich meinen Laptop nicht dabei haben werde und somit die Berichterstattung auf dieser Seite kaum eine Option ist. Für all diejenigen, die kein Instagram nutzen ist HIER der Link zu meinem Profil, welches auch ohne Anmeldung einzusehen ist. Außerdem findet man die aktuellen Posts auch immer bequem in der Spalte auf der rechten Seite der Website und am unteren Ende der Seite. Nach meiner Tour werde ich nochmal etwas ausführlicher darüber berichten, dann wieder, wie gewohnt, hier auf meinem Reiseblog. Bis dahin!

Und noch ein paar Impressionen des Sommers

 

 

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Skitouren gehen in Revelstoke – verdiene dir deine Powderlines

Skitouren gehen in Revelstoke – verdiene dir deine Powderlines

Weiter gehts mit dem absolut geilen Revy Wahnsinn! Seit meinen letzten Posts sind mittlerweile wieder ein paar Wochen vergangen, die jedoch kaum weniger ereignisreich hätten sein können. Klar, mittlerweile hatte ich zum Saisonhöhepunkt doch einige Schichten, die ich für Selkirk Tangiers Heliskiing zu arbeiten hatte, jedoch jagte in meiner Freizeit ein Highlight das nächste. Insgesamt war ich jetzt schon an neun Tagen mit dem Helikopter unterwegs und wer weiß, vielleicht geht ja zum Ende der Saison nochmal was. Doch auch vom Heliskiing abgesehen entwickelte ich mich weiterhin zum absoluten Winterfan, mehr als ich das jetzt eh schon war. Ein großer Bestandteil dieser Entwicklung ist das Skitouren gehen, welches ich diese Saison angefangen hatte. Klar musste ich finanziell nochmal tief in die Tasche greifen, um mir die Ausrüstung dafür zuzulegen, jedoch tat ich das besser hier, wo ich satte Rabatte über die Arbeit und hervorragende Gebrauchtwaren erhielt, als damit auf den nächsten Winter zu warten. Außerdem hatte ich hier einfach das perfekte Umfeld mit überragenden Touringbedingungen und den erfahrenen Experten um mich herum. Sei es direkt aus dem Skigebiet oder am Rogers Pass im Glacier National Park, beim Touren gehen konnte man sich immer seine perfekte Powderline verdienen. Hier ein paar Impressionen einiger Touren, die ich diese Saison gemeinsam mit meinen Freunden hier in Revy gegangen bin.

 

 

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Heliskiing in Revelstoke – die geilste Skisaison meines Lebens

Heliskiing in Revelstoke – die geilste Skisaison meines Lebens

Heliskiing in Revelstoke – Faszination Pur

Zu Beginn möchte ich euch einen kleinen Zusammenschnitt der Videos zeigen, die ich beim Heliskiing in Revelstoke aufgenommen habe.

Wie ich zum Heliskiing in Revelstoke gekommen bin

Wenn ich eines mit Gewissheit sagen kann, dann ist es, dass Heliskiing in Revelstoke mir mit die glücklichsten Tage meines Lebens beschert hat. Eigentlich befand ich mich jeden Tag and dem ich Helikopterskiing war wie in einer Art Traum. Ich befand mich in einem euphorischen Zustand, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Als sonst eher bescheidener Mensch war ich schon immer etwas skeptisch gegenüber solch teuren Aktivitäten, die sich nicht jedermann leisten kann. Und zugegebenermaßen könnte ich mir das auch nicht leisten, würde ich nicht bei der Firma Selkirk Tangiers Heliskiing für diesen Winter arbeiten. Doch wie es der Zufall so wollte, lernte ich während meinem Jahr in Kanada die richtigen Leute kennen, die mir diese Möglichkeit eröffneten. Und somit ergab sich mir auch die Chance als Mitarbeiter mit zum Heliskiing in Revelstoke zu gehen. Genauer gesagt in den Selkirk Mountains, die  den ersten Teil des Firmennamens erklären. Der zweite, Tangiers, kommt von dem kleinen Gebiet in den Selkirks, in dem vor 40 Jahren die ersten Ausflüge gestartet wurden. Dem Tangiers River Valley, welches bis zum Tangiers Pass und Tangiers Glacier hinauf führt. Nachdem ich dies nun erleben durfte hat sich meine Einstellung gegenüber diesem teuren Vergnügen verändert. Ich habe viele Gäste kennen gelernt, die lange dafür gespart haben, sich diesen .Traum zu erfüllen. Jeder war danach ein glücklicherer Mensch. Mich eingeschlossen.

Eindrucksvolles Terrain in den Selkirk Mountains.

 

Warum Heliskiing in Revelstoke so ein unglaubliches Erlebnis ist

Heliskiing, das ist so eine Sache. Wozu braucht man das denn überhaupt? Ich sage es mal so: Stellt euch vor, der Helikopter hat euch auf einem Berg abgesetzt, fliegt wieder davon und es wird still. Vor euch erstreckt sich unendlich viel Terrain mit knietiefem Pulverschnee. Außer euch ist niemand dort draußen. Das ultimative Erlebnis in der Wildnis. Natürlich hat mich das sofort gepackt, mich als outdoorbegeisterten Weltentdecker. Doch auch einfach nur das Erlebnis in einem Helikopter zwischen den schneebedeckten Gipfeln zu schweben ist schon ganz besonders. Es ergibt sich eine ganz neue Perspektive auf die atemberaubende Natur im Gebirge.

Sei ein Teil deiner Umgebung. Heliskiing bringt dich an Orte, die für die meisten von uns unzugänglich sind.

 

Und warum genau Revelstoke?

So, beleuchten wir nun warum gerade Revelstoke ein Mekka für Heliskiing ist. Im Prinzip ergibt sich das aus zwei Faktoren. Zum einen findet man hier unglaublich gutes Terrain. Sowohl die Selkirk Mountains östlich des Columbia Rivers, als auch die Monashee Mountains westlich des großen Flusses eignen sich gleichermaßen gut für Skifahren in der alpinen Stufe als auch für Abfahrten unterhalb der Waldgrenze zwischen den Bäumen. Und andererseits, wer hätte es gedacht, herrschen in Revelstoke und Umgebung fast die ganze Saison zuverlässige, gute Schneebedingungen vor. Das zusammen mit dem gemütlichen Flair der kleinen, sportbegeisterten Stadt macht Revelstoke zu dem idealen Standort für Heliskiing.

Die kleine Stadt Revelstoke mit ihren zwei Besonderheiten: Der historischen Eisenbahnstrecke und dem mächtigen Columbia River.

 

Wie Heliskiing in Revelstoke mein Leben veränderte

Kommen wir nun dazu, wieso Heliskiing in Revelstoke mein Leben verändert hat. Zugegeben, mein Leben hat sich davor schon deutlich in eine andere Richtung bewegt, als es das vor meinem Jahr in Kanada getan hat. Eine Menge Zeit in der Natur, sei es beim Wandern, Campen oder Skifahren hat mir verdeutlicht, dass dies auch in Zukunft diese Zeit oberste Priorität in meinem Leben haben soll. Doch durch meine Arbeit bei Selkirk Tangiers Heliskiing bin ich in ein Arbeitsumfeld geraten in dem jeder, wirklich absolut jeder, genau diese Einstellung mit mir teilt. Und das hatte ich so noch nicht zuvor erlebt. Demnach strebe ich jetzt natürlich danach einen Job zu finden, welcher mir auch in Zukunft die Möglichkeit bietet, viel meiner Lebenszeit in der Natur zu verbringen.

Der Flug durch eine Märchenlandschaft, möglich durch die technologischen Errungenschaften des Menschen.

 

Du möchtest auch einmal Heliskiing in Revelstoke ausprobieren?

Klar möchtest du das, jetzt, wo ich dir das hier so schmackhaft gemacht habe. Solltest du noch weitere Bilder sehen wollen oder ein bisschen mehr über die Erfahrung herausfinden wollen wie es so ist, Heliskiing zu gehen, dann schau doch gerne diesen Beitrag an. Und solltest du tatsächlich überlegen selbst mal nach Revelstoke zu kommen und auf ein Abenteuer zu gehen, kann ich Heliskiing mit Selkirk Tangiers Heliskiing wirklich nur empfehlen. Mehr dazu gibts auf deren Seite.  Auch ich kann gerne auf Fragen antworten, sollten sich dir welche stellen.

Da mal drin sitzen? Erfülle dir den Traum vom Heliskiing mit Selkirk Tangiers Heliskiing.

 

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Heliskiing mit Selkirk Tangiers Heliskiing – Skifahren auf Wolke Sieben

Heliskiing mit Selkirk Tangiers Heliskiing – Skifahren auf Wolke Sieben

XXX-(XXX)-XXXX. Stellt euch dies als eine kanadische Telefonnummer vor, die euch um kurz vor sieben am Morgen auf eurem Handy anruft. „Ring, Ring!“ Unter der Nummer erscheint auf dem Display der von mir eingespeicherte Name: STHS Dispatch. Es war soweit. Es gab einen freien Platz in einer der Mehrtagesgruppen und ich durfte heute, am 5. Februar 2018, mit zum Helikopterskiing gehen.

Es war nicht der erste Tag, ich hatte vor circa drei Wochen schon einmal einen Tag gehabt, der war aber abgesehen vom ersten Mal überhaupt mit einem Helikopter zu fliegen eher unspektakulär. Denn als Mitarbeiter der Firma Selkirk Tangiers Heliskiing steht mir beim Begleiten einer Gruppe eine gewisse Verantwortung zu. Generell halte ich mich dabei am Ende der Gruppe auf, einerseits, um den zahlenden Kunden die frischen Powderlines zu lassen und andererseits, um die Vollständigkeit der Gruppe zu überwachen und Gästen zu Helfen, sollten sie stecken bleiben oder anderweitig in Schwierigkeiten geraten. Und an diesem ersten Tag waren die Bedingungen alles andere als optimal, weshalb ich mehr Zeit mit Helfen und überwachen als mit elegantem Powderskiing verbrachte. Aber sei es drum, die Saison war ja noch lang und es würden sich weitere Möglichkeiten ergeben.

Und hier war nun eine. Ich packte zügig meine Sachen, frühstückte noch schnell etwas und fuhr hinauf zum Hillcrest Hotel, meinem Arbeitsplatz, in dem Selkirk Tangiers Heliskiing beheimatet ist. Die Aufregung wuchs mit jeder Minute die ich fuhr, denn seit zwei Wochen scheinte zum ersten Mal wieder die Sonne morgens in das Tal und auf die eingeschneiten Gipfel des Mount Begbie und Mount MacPhearson. Das gibts doch nicht, erwische ich etwa auch noch Sonne oder wie?

Im Hotel schnell noch den Transciever, den Rucksack mit der Lawinenausrüstung, ein paar Ski und natürlich meine super modische Mitarbeiterjacke abgeholt und los gings. Auf zum Heliskiing!

Zuerst stand noch eine 20 minütige Fahrt zu unserem heutigen Startplatz an, auf der ich mich etwas mit Kate, die die Gruppe heute führte unterhielt. Den Rest der Gruppe kannte ich schon ein wenig, denn ich hatte sie gerade erst zwei Tage zuvor im Hotel während meiner Arbeit begrüßt und kennengelernt. Fünf Norweger und drei Gäste aus den USA, außerdem noch Noah, der auch für Selkirk Tangiers im Dispatch arbeitet. Am Startplatz im Alberts Canyon angekommen zeichneten sich erneut einige blaue Flecken zwischen den Wolken ab, die nur gutes bedeuteten. Und dann ging es endlich los.

Unter dem donnern der Rotorblätter hoben wir ab und flogen zu unserem ersten Run im Selkirk River Valley, nahe dem Ort, an welchem Selkirk Tangiers Heliskiing vor 40 Jahren seine ersten Flüge startete. Wie schon erwähnt waren Noah und ich als Mitarbeiter die letzten der Gruppe, was an diesem Tag jedoch absolut kein Problem war, denn es gab wirklich Powder für jedermann! Es war einfach phänomenal!

Es passte alles! Die Gruppe war grandios, der Pulverschnee mindestens Knietief und hier und da wärmte die Sonne die klare Luft um uns auf. Jeder hatte Spaß! Zu jeder Sekunde!

Als ich zum ersten Mal draußen war, hatten wir aufgrund der inkonsistenz der Gruppenmitglieder und der schweren Bedingungen nur vier Abfahrten geschafft. Heute dagegen fuhren wir allein vor dem Mittagessen schon vier Runs. Allesamt durch federweichen Schnee, der uns in den Kurven bis hinauf ins Gesicht spritzte. Aufgrund der immer noch anhaltenden Lawinengefahr im Alpinen Terrain befanden wir uns überwiegend unterhalb der Baumgrenze, doch das Terrain von Selkirk Tangiers bot uns einfach unglaublich gute Waldabfahrten.

Nach den vier Runs trafen sich die drei Gruppen, die heute von unserem Helikopter gleichzeitig bedient wurden zum Mittagessen. Hier ein bisschen plaudern, da ein paar freundliche Worte gewechselt und ach, da sind ja die fünf Deutschen aus Cece’s Gruppe, die auch aus München kommen. Die freute es natürlich besonders, einen deutschen Mitarbeiter mit in der Wildnis zu haben.

Nachdem jeder sich mit einer Suppe, Sandwiches und etwas Gebäck gestärkt hatte gings weiter. Da wartete ja noch viel Powder auf uns! Um genau zu sein nochmal vier Runs, die allesamt einfach nur mit einem Wort beschrieben werden konnten: Perfekt. Jeder drehte nach dem Mittagessen nochmal so richtig auf und genoss die mittlerweile noch öfters durchscheinende Sonne, bevor letztendlich um drei Uhr Nachmittags der Heli uns zurück zur Base brachte.

Von diesem Tag an hatte ich hundert, nein,  tausend Mal mehr Verständnis dafür, wieso man so viel Geld fürs Helikopterskiing ausgibt. Dieses Gefühl, nachdem der Helikopter einen abgesetzt hat und man auf einmal alleine in der Wildnis durch den Pulverschnee gleitet ist etwas absolut einzigartiges. Wie ein Traum. Besser konnte es einfach nicht werden….

… dachte ich an diesem Abend. Doch es kam noch besser.

Am nächsten Morgen war ich wieder früh wach, denn ich stand wieder auf der Staff-Liste. Meine Hoffnungen, gleich nochmal einen Anruf zu bekommen waren minimal, es wäre einfach zu schön.

„Ring, Ring!“ XXX-(XXX)-XXXX. Da war sie wieder! STHS Dispatch rufet erneut an. Und dieses mal wurde ich Von Cece für die Gruppe mit den fünf deutschen angefordert. Wie geil ist das denn?

Selbe Prozedur wie am Vortag. Sachen Packen, Ausrüstung abholen und los gings. Erneut riss der Himmel stellenweise auf. Eigentlich war ein Schneesturm für heute angekündigt, dieser ließ aber zum Glück auf sich warten. Wieder steigen wir in den Helikopter, der uns schwungvoll entlang der Bergwälder in Richtung der in der Morgensonne goldgelb scheinenden Gipfel beförderte. Was war da denn los, immer mehr verzogen sich die Wolken und wir flogen immer weiter hoch in die alpine Stufe. Ich klebte regelrecht am Fenster und machte Fotos und Videos, sonst würde mir das hier keiner Glauben. Wir waren im Paradies! Solch eine atemberaubende Schönheit des kanadischen Winters hatte ich noch nie zuvor gesehen. Paradies konnte man wortwörtlich sagen, denn die ersten drei Abfahrten des Tages fuhren wir in nächster Nähe zum Paradise Glacier. Szenen wie aus dem Film, wie aus einer anderen Welt spielten sich ab. Keiner konnte wirklich fassen, dass wir gerade so ein Glück mit dem Wetter hatten. Es wirkte fast schon etwas surreal.

Drei Runs konnten wir in dieser atemberaubenden Kulisse fahren, dann zwangen uns hereinziehende Wolken wieder etwas tiefer. Es gab also wieder tolle Abfahrten durch die Bäume. Nach einem weiteren Run gab es wieder Mittagessen, erneut die Möglichkeit sich mit den fünf Deutschen zu unterhalten, jedoch auch mit den zwei US-Amerikanern, die die Gruppe komplettierten. Selbst der langsam einsetzende Schneefall verdarb uns nicht die Laune.

Nach dem Mittagessen, welches heute etwas früher stattfand, schafften wir bis zum Ende des Tages weitere sechs Runs, überwiegend wieder über der Baumgrenze, da der Schneefall erneut aufhörte und die Sicht gut war. Somit erreichten wir an diesem Tag letztendlich fast 7500 Höhenmeter, die wir abgefahren waren. Zum Vergleich: am Vortag waren es „nur“ 4800. Vor allem die Abfahrten in der alpinen Stufe hatten heute ordentlich Höhenmeter auf unser Konto gebucht.

Erschöpft aber Glücklich erreichten wir am Abend wieder das Hotel. Das war dann wohl die perfekte Gelegenheit noch in bairischer Manier ein Bier mit den Münchenern zu trinken und diesen noch einen erfolgreichen Rest ihres Heliskiingabenteurs zu wünschen. An dieser Stelle vielen Dank für die Einladung auf das Bier und das zukommen lassen der Bilder.

Für mich geht das Leben erstmal normal weiter. Etwas mehr Arbeit als im Vormonat, eine Menge Skifahren im Resort und hoffentlich bald mal wieder ein Tag Heliskiing. So lässt es sich leben.

Ich war in dieser Woche am Freitag dann schon wieder Heliskiing, von diesem Tag finden sich also auch ein Paar Bilder in der Diaschau. Viel Spaß beim Ansehen!

 

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Revelstoke – der Winter naht

Revelstoke – der Winter naht

Die ersten drei Wochen in Revelstoke sind vorüber und es ist an der Zeit, euch ein Update über diese Zeit bereitzustellen. Am achten Dezember erreichte ich am Abend Revelstoke, nachdem ich den Tag über von Calgary durch die Rocky Mountains und über den tief verschneiten Rogers Pass gefahren war. Ich war wieder in den Bergen! Herrlich!

In Revelstoke bezog ich an diesem Abend noch meine Bleibe für die nächsten dreieinhalb Monate, die ich mir schon während meinem Aufenthalt im Sommer gesichert hatte. Ich wohnte jetzt bei meinen Hosts Cathy und Jamie, die in ihrem großen Haus vier Zimmer vermieteten. Neben mir wohnten noch Chris und Joj aus England, Dario aus Deutschland und dessen Freundin Isi aus Österreich mit im Haus. Ich hatte also gute Gesellschaft.

Außerdem, was mich natürlich besonders freute, war the-one-and-only Travelbuddy Moritz auch diese Saison in Revelstoke und wohnte wieder bei seinen Hosts Hans und Catherine. Da ich alle schon länger nicht gesehen hatte, besuchte ich sie noch am selben Abend. Nach nur ein paar Stunden in Revelstoke fühlte ich mich schon wieder fast wie daheim.

Für die erste Woche stand für mich erstmal das besorgen von Skiequipment auf dem Plan. Ich hatte Glück, denn in dieser Woche gab es Demo-Sessions und ich konnte gegen eine kleine Essenspende an die Foodbank kostenlos Ski ausleihen. Somit kam es, dass ich gleich am nächsten Tag meinen Saisonpass abholte und den absolut geilsten Berg der Welt auschecken konnte: den Mount Mackenzie. Powder gab es noch keinen, aber für den Anfang reichten mir die Pisten vollkommen. Das ganze machte ich dann die nächsten drei Tage genau so und nutze jeweils die Nachmittage um mir selbst gebrauchte Ski zuzulegen. Revelstoke ist eine absolute Fundgrube für gebrauchtes Equipment und sowohl Facebook als auch die eigene Seite TheStokeList halfen mir einen Überblick zu verschaffen. Nach nur einer Woche hatte ich mir ein Paar ordentliche Powderlatten zugelegt, die nun darauf warteten, ausprobiert zu werden. Leider stellte sich dann am vierten Skitag heraus, dass meine Knöchel höllisch schmerzte. Im Rental bot man mir an, meine Schuhe anzupassen und Einlagen herzustellen, doch das schien mir nicht die Lösung des Problems zu sein. Also begab ich mich in den Ort und fand für mich eine zwar ziemlich teure, aber pefekte Alternative: Neue Skischuhe, zwei Größen kleiner als meine vorherigen, dafür komplett an meinen Fuß angepasst und für die Zehen ein bisschen herausgepuncht. Eigentlich hatte ich nicht vor, so viel Geld hier auszugeben, jedoch sind gute Skischuhe essentiell und dieses Paar war eine Investition in die nächsten Jahre. Soweit so gut, mittlerweile fing es auf Weihnachten hin auch wieder an zu schneien und ich erlebte meine ersten Powdertage. Sau geil! Der Knöchel macht zwar bis jetzt noch ein paar Probleme, welche aber nicht mehr an den Schuhen liegen, sondern rein daran, dass der Knöchel immer noch etwas gereizt war. Bis jetzt war ich zwölf Tage am Berg oben, davon waren vier richtig gute Powderdays. Schon nach diesen zwölf Tagen ist dies die bisher geilste Skisaison, die ich bisher erlebt habe. Und es steht ja noch eine lange Zeit bevor!

Neben dem Skifahren bin ich zur Zeit mit einigen organisatorischen Dingen beschäftigt und arbeite weiterhin am Computer für die Farm, auf der ich ein Praktikum gemacht hatte. Außerdem kamen natürlich auch die Weihnachtsfeiertage nicht zu kurz. Am 24. Dezember, der hier ja noch nicht wirklich Weihnachten ist, kochten Dario, Isi und ich uns ein Käsefondue und bereiteten Glühwein zu, auf den wir unsere Hosts Cathy und Jamie noch einluden. Am 25, dem richtigen Weihnachten in Kanada, war ich zum Christmas Dinner bei Hans und Catherine eingeladen. Es gab klassisch Truthahn mit Kartoffelbrei und feinem Gemüse, alles meisterlich zubereitet vom Chefkoch Hans höchstpersönlich.

Alles in allem hatte ich hier also bisher eine unglaublich geile Zeit, die nur noch besser werden kann. Jetzt steht erstmal Neujahr an, dann fange ich demnächst an bei der Heliskiing Firma Selkirk Tangiers zu arbeiten, was natürlich bedeutet, dass ich dort viele neue Kollegen kennen lerne und wohl auch einen Tag in den Genuss kommen werde, selbst Helikopterskiing auszuprobieren. Spätestens dann gibt es wieder etwas zu berichten.

Bis dahin, genießt den Winter und einen guten Rutsch ins Jahr 2018.

 

 

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Abschied aus Saskatchewan – das Ende des nächsten Kapitels

Abschied aus Saskatchewan – das Ende des nächsten Kapitels

Ein weiterer Lebensabschnitt geht zu Ende. In Saskatchewan habe ich nun etwas mehr als zwei Monate verbracht, zwei Wochen davon im Sommer, den Rest im Herbst und im eisigen Winter der Prärie. Die Zeit dort verbrachte ich mit einem Praktikum auf einer Farm, die ein Konsultingunternehmen betrieb, welches Farmern bei der Optimierung ihrer Erträge und dem Einsparen von Dünger, Pestiziden und Fungiziden half. Mit meiner Erfahrung aus meinem Geographiestudium konnte ich meine Expertise in diesem Bereich erfolgreich anwenden. Doch genug geredet von Arbeit, dazu sind wir nicht hier. Wir sind hier, um uns die wunderschöne Prärielandschaft zu verinnerlichen. Die Landschaft, die ab dem späten 19. Jahrhundert unter schwersten Anstrengungen in Farmland umgewandelt wurde, welches die Menschen in aller Welt ernährt. Viel Traditionelle Farmarbeit wird nicht mehr betrieben, jedoch zeigen hier und da historische Gebäude die Geschichte der Prärien in Alberta, Saskatchewan und Manitoba. Und die haben es mir natürlich angetan. Deshalb folgt hier eine Zusammenstellung der geschichtsträchtigen Gebäude, dem unendlichen Farmland und der unvergesslichen Sonnenuntergänge, wie ich sie täglich vom Fenster meines Büros aus beobachten konnte.

 

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Schneeschuhwandern im Riding Mountain Nationalpark

Schneeschuhwandern im Riding Mountain Nationalpark

Es ist soweit, ich habe mal wieder etwas zu berichten. Nach einer langen Durststrecke, in der ich viel Zeit mit Arbeiten, Kochen, Lesen, mich langweilen und auf besseres Wetter warten verbracht habe, ist es mir letztens endlich mal wieder gelungen was in der Natur auf die Beine zu stellen. Nicht dass die Arbeit hier nicht interessant wäre oder es mir hier schlecht ging, aber der Umstieg von 24/7 in der Natur zu sein auf kaum noch draußen zu sein war schon etwas zu viel. Dementsprechend aufgeregt war ich auf der Fahrt zum 40 Kilometer entfernten Eingang des Riding Mountain National Parks, in dem ich heute den ganzen Tag unterwegs sein würde.

So ganz war mir am Anfang noch nicht klar, was für eine Landschaft mich erwarten würde, lediglich viel Wald und viele wilde Tiere zeichneten den Park aus. Um so überraschter war ich dann, als die Landschaft zunehmend hügeliger wurde. Was für eine tolle Abwechslung zum flachen Farmland. Im Park angekommen stellte ich mein Auto am Trailhead ab, warf mich in warme Klamotten und schnallte meine Schneeschuhe fest.

Gut gerüstet für den kanadischen Winter. Ist zwar nicht im Park, aber ein Foto, wie ich dick eingepackt bin, sollte trotzdem hier rein.

Ein klarer, sonniger Tag mit moderaten Temperaturen, nur ein paar Grad unter Null, erwartete mich. Ein genaues Ziel hatte ich mir nicht gesetzt, zudem war die Auswahl der Trails an diesem Zugang zum Park sowieso ziemlich begrenzt. Also startete ich auf dem Trail, der sich nach 300 Metern aufteilte. Ich beschloss den Weg zum Tillson Lake einzuschlagen, der an ein paar Seen und einem Bach vorbei führen würde. Bis zum Tillson Lake waren es acht Kilometer (16 mit dem Rückweg), die mir angesichts des Schnees, der Uhrzeit (es war bereits zehn Uhr morgens, um halb fünf würde die Sonne wieder untergehen) und der Tatsache, dass ich in eineinhalb Monaten ziemlich aus der Form gekommen sein musste eher unrealistisch erschienen. Ich stapfte also einfach mal los und setzte mir das seichte Tal durch das der Bach fließen würde als Ziel. Ein paar Menschen schienen den Trail seit dem letzten Schneefall circa eine Woche zuvor schon gegangen zu sein, denn meine Spuren waren nicht die einzigen auf dem Trail. Zudem war eine Vielzahl von Pfoten-, Huf- und anderen Tierabdrücken zu sehen. Aber keine Tiere soweit. Ich stapfte also weiter und weiter und war häufig überrascht wie steil es auf und ab ging. Außerdem freute ich mich riesig über den mich umgebenden Nadelwald, denn wo ich wohnte und arbeitete gab es so gut wie keine Nadelbäume. Nach einer Weile bot sich mir der erste Ausblick von einer erhöhten Stelle.

Kaum zu glauben, unberührte Natur, sowiet man blicken konnte. Das hatte ich schon lang nicht mehr.

Dann, kurz darauf endeten die anderen Fußspuren. Ich war also nun als erster auf dem eingeschneiten Trail unterwegs.

Nur noch ich und die Natur, keiner war hier vor mir unterwegs.

Wieder etwas später musste ich den ersten umgefallenen Baum umrunden, der den schweren Sturm vor eineinhalb Wochen nicht überlebt hatte. Ein gutes Stück ging es noch so weiter, auf, ab, durch den Wald. Kein Tier, kein Mucks, nur das knirschen des Schnees, der unter meinen Füßen zusammengedrückt wurde. Dann ging es endlich wieder etwas länger bergab und ich erreichte schließlich das Tal, welches ich als Ziel hatte. eine breite Schneise zog sich vor mir durch den Wald, sanfte Hügel auf beiden Seiten aufragend.

Das hatte ich schonmal geschafft. Ich hatte mich bis zum Tillson Creek vergearbeitet, der irgendwo unter dem Schnee verlief.

Hier und da konnte ich wieder Spuren von Tieren entdecken, doch trotz des weiten Blickes über das Tal blieben die Tiere selbst versteckt. vorsichtig bahnte ich mir hier und da einen Weg auf die Ebene, achtete aber gut darauf, nicht irgendwo im Schnee einzubrechen.

Die Spuren waren trügerisch. Ich konnte jederzeit im Schnee einbrechen.

Da der Trail ein gutes Stück an dem Tillson Creek entlang führte, beschloss ich noch weiter zu gehen.

Wieso nicht noch ein bisschen weiter durch die Märchenlandschaft stapfen?

Und als der Trail den Bach wieder verließ, ging ich erneut weiter. Ich würde es doch bis zum Tillson Lake schaffen. Erneut ging es durch sanfte Hügel, zwischen denen sich zugeschneite Feuchtgebiete befanden.

Im Sommer tummelt sich in diesem Feuchtgebiet bestimmt eine Vielzahl von Tieren.

Und ein weiteres Mal versperrte mir ein Baum den Weg, diesmal deutlich schwerer zu umgehen.

Hier ging es eindeutig nicht weiter. Stattdessen musste ich auf dem Weg um den Baum durch eines der Feuchtgebiete stapfen.

Und trotzdem lief ich weiter. Alleine durch den Schnee. Um viertel vor eins erreichte ich dann schlussendlich den Tillson Lake, an dessen Ufer sich ein Backcountry Campingplatz befand, an dem ich Picknicktische, Feuerstellen und ein Outhouse vorfand.

Ankunft am Tillson Lake.

Zufrieden befreite ich einen der Tische von trockenen Schnee und packte meine Brotzeit aus. Gute Hausmannskost: Knäckebrot mit Frischkäse, eine Wildwurst, die wir am vorherigen Wochenende auf der Farm as einem von meinem Kollegen geschossenen Reh hergestellt hatten, ein Apfel und Tee. Und absolute Stille um mich herum. Sehr faszinierend.

Picknick der etwas anderen Art.

Ohne die Bewegung wurde mir allerdings schnell kühl und zudem musste ich mich bald auf den Rückweg begeben, um rechtzeitig zum Auto zu gelangen. Also stapfte ich den ganzen Weg wieder zurück, umging erneut die Baumstämme und erreichte, früher als erwartet wieder mein Auto. Abgesehen von ein paar Vögeln und einem Eichhörnchen hatte ich kein einziges Tier im Park gesehen, was mich leicht frustrierte.

Da hätte der Biber doch auch mal für ein Foto rausschauen können. Wobei, ich hätte mir das bei den Temperaturen auch zwei Mal überlegt.

Allerdings war ich zu erschöpft um mich wirklich aufzuregen. Und alles in allem war es dennoch ein wunderschöner Tag. Sogar etwas Farbe hatte ich im Gesicht bekommen. Blieb also nur noch der Weg nach Hause, auf dem ich mir tolle Musik anmachte und noch das ein oder andere Mal anhielt, um die einzigartige Farmlandschaft in Fotos festzuhalten.

Immer wieder passierte ich diese Zeugen der einstigen Besiedelung und landwirtschaftlichen Erschließung der Prärie.

Dann ab unter die Dusche, schnell noch die eingefrorene Kürbissuppe aufwärmen bevor ich es mir mit meinem Buch in meinem Zimmer gemütlich machte und den Tag zufrieden ausklingen ließ.

Und zum Abschluss noch ein toller Getreidespeicher im Abendlicht.

 
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Der Roadtrip meines Lebens – eine Bilanz

Der Roadtrip meines Lebens – eine Bilanz

Dass mein riesiger Roadtrip mittlerweile zu Ende ist, habt ihr ja schon in den letzten Beiträgen mitbekommen, allerdings fiel es mir echt nicht leicht mich von einem auf den anderen Tag vom Reisen wieder auf einen normalen Alltag umzustellen. Ich bin in das Loch gefallen, in das man halt so fällt, nachdem man einen Urlaub hinter sich hatte. Nur dass mein Urlaub ganze sechs Monate lang war, die ich getrost als die aufregendste Zeit meines bisherigen Lebens bezeichnen kann.

Starten wir mit einer, wie ich finde, ziemlich eindrucksvollen Zahl: 32.000 Kilometer. Diese Distanz habe ich in weniger als sechs Monaten auf meinen Van Max raufgefahren. Wahrscheinlich mehr, als ich in meinem bisherigen Leben insgesamt Auto gefahren bin. Dreiviertel des Erdumfangs. Wo ich da überall hingekommen wäre, wenn ich einfach schnurgerade aus in eine Richtung gestartet wäre. Aber das ist es ja, 32.000 Kilometer nur in Nordamerika! Dadurch habe ich natürlich extrem viele Orte gesehen. Und noch dazu war ich ja genau genommen nur im Westen der USA und Kanada unterwegs. Dafür kann ich jetzt beruhigt sagen, dass ich so ziemlich alles sehenswerte zwischen Fairbanks, Alaska und San Diego, ganz im Süden der Westküste der USA, gesehen habe. Meiner Lebtag hätte ich nicht gedacht, dass ich das mit 22 Jahren behaupten könnte. Amerika, das war immer so ein weit entfernter Traum. Die Bilder daheim in unserem Wohnzimmer, die Dias von den Urlauben meiner Eltern, die ich seit klein auf immer wieder sehen durfte. So viele dieser Orte waren jetzt nicht mehr nur ein Bild von ganz weit weg, sondern nun eine Erinnerung in meinem Gedächtnis.

Gehen wir weiter, ein paar weitere Bilanzen: Während der letzten sechs Monate habe ich in Kanada und den Vereinigten Staaten 24 Nationalparks besucht. Ich war im eisigen Denali Nationalpark, der den höchsten Berg Nordamerikas beheimatete. Ich war auch am tiefsten Punkt Nordamerikas, im Death Valley, welches zudem auch noch der heißeste Ort der Welt ist. Außerdem war ich an der regenreichen Pazifikküste unterwegs, die einige ganz besondere Juwelen im Regenwald beheimatet. Und ich war in all den Gebirgen, den Rocky Mountains, der Sierra Nevada und wie sie sonst so alle heißen. Zudem habe ich selbstverständlich auch zwischen all den Nationalparks unglaublich viel gesehen. 24 Nationalparks, das klingt irgendwie noch ganz überschaubar für sechs Monate, findet ihr nicht? Deshalb hole ich an dieser Stelle mal noch etwas aus und gehe auf die Ebenen unter den Nationalparks ein. In Kanada habe ich während meiner Reise 14 Provincial Parks und sogar einen Territorial Park besucht. Noch viel eindrucksvoller: In den USA habe ich 21 State Parks, 14 National Forests, fünf National Recreation Areas, drei National Monuments und einen Tribal Park besucht. Ganz so sicher bin ich mir bei den Zahlen schon gar nicht mehr, es könnten durchaus der ein oder andere Park mehr sein. Wie auch immer, auf jeden Fall habe ich so unglaublich viel gesehen, dass es mir am Ende sogar teilweise zu viel wurde. Und doch habe ich jetzt, drei Wochen nach Ende meiner Reise schon wieder dieses Kribbeln in den Fingern. Diesen Drang, einfach in mein Auto zu springen und loszufahren. Zugegeben, ich habe etwas geflunkert, als ich behauptet habe, alles schon gesehen zu haben. Da wartet noch so viel auf mich, auch im wunderschönen Westen Nordamerikas.

Es ist offensichtlich, dass das nicht das letzte Mal war, das ich durch Nordamerika gereist bin. Und es ist auch offensichtlich, dass ich einige wunderbare Menschen hier drüben wieder treffen will und werde.

Vor allem während der Zeit, die ich alleine reiste, habe ich so viele tolle Menschen kennen gelernt, dass es jammerschade wäre, wenn ich diesen nicht irgendwann wieder über den Weg laufen würde. Doch auch die Zeit, die ich nicht alleine gereist bin, werde ich nicht vergessen. Erst der große Roadtrip nach Alaska mit meinem Travelbuddy Moritz. Dann das coole Spektakel der Sonnenfinsternis in Oregon, zu dem ich Rico mitnahm. Und natürlich zu guter Letzt die Zeit mit meiner Freundin und meinen Eltern. Erfahrungen zu teilen macht eben besonders glücklich.

Gerne schwelge ich derzeit Abends in den Gedanken an dieses Abenteuer umher, und doch ist es gut so wie es ist. Mal eine Pause, etwas herabkommen von der Reizüberflutung.

Und dann ist da ja auch noch die Vorfreude auf das nächste große Abenteuer. Eine verdammt noch mal ganze Skisaison im Revelstoke Mountain Resort. Da wird dann ordentlich geshreddet!

Abschließend kann ich nur erneut allen Menschen danken, die mich auf meiner Reise unterstützt haben und diese ermöglichten. Ohne euch wäre alles anders gewesen. Nicht so toll, aufregend, spektakulär, eindrucksvoll oder faszinierend. Einfach nicht so Nordamerika.

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