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Der Zweite Trip auf die Kenai Halbinsel

Der Zweite Trip auf die Kenai Halbinsel

Wie ich bereits angekündigt habe, hatten wir weitere Pläne auf der Kenai Halbinsel. Ein neues Fenster konnten wir für unser Auto erst nach dem langen Memorial Day Wochenende haben, weshalb wir von nun an mit einer provisorischen Abdichtung aus Tape umherfuhren. Unser ganzes Winterequipment lagerten wir unterdessen bei Erik ein, damit wir zumindest etwas weniger Wertsachen mit uns herumkutschierten. Es kam also das Memorial Day Wochenende, eines der langen Wochenenden, an denen alle Amerikaner wie verrückt campen gehen würden. Selbstverständlich mit ihren ultra dicken Wohnmobilen. Doch dazu später mehr.

Es war nämlich erst Donnerstag und wir fuhren vor der ganzen Masse den Seward Highway entlang nach, wer hätts‘ gedacht, Seward. Dieses liegt an der Küste, umgeben von spektakulären, schneebedeckten Bergen.

Der Hafen von seward.

Und auch der Ort an sich ist wirklich schön. Vor allem der Hafen und die historische Altstadt sind sehenswert und natürlich der Spazierweg entlang des Meeres. Von diesem begrüßten uns Robben, Seelöwen, Otter und Adler. Ach, und natürlich Möwen, die gibts auch hier in Alaska. 

Die Nacht verbrachten wir im Wald neben den Auen des Resurrection Rivers, welcher von diversen Gletschern gespeist wird.

Abendlicht am Ressurection River.

Wir stellten uns einen Wecker auf acht Uhr morgens, da am Freitag hervorragendes Wetter vorhergesagt war und wir dieses ausnutzen wollten. 

So kam also der Freitag, der wirklich ereignisreich war. Nach luxuriösem Frühstück mit Bananenpfannkuchen und Kaffee fuhren wir zum Exit Glacier. And diesem wanderten wir auf einem Trail hinauf bis in den Schnee, ab wo die Lawinengefahr zu hoch war um weiterzugehen. Stattdessen stiegen wir zum Rand des Gletschers hinab und genossen die spektakuläre Aussicht.

Massive Eisformen am Exit Glacier.

Fast hätten wir die ganze Gletscherausrüstung mitgenommen, hatten sie dann doch im Auto gelassen, nachdem der untere Teil des Gletschers gesperrt war. Hier oben hätten wir allerdings auf das apere Eis steigen können. Schade, nächstes Mal dann. 

Gerne wären wir auch auf das Eis gegangen, hatten unsere Ausrüstung aber leider nicht dabei.

Am Nachmittag wanderten wir wieder zurück zum Auto und fuhren erneut nach Seward, um bei schönem Wetter nochmal dort unterwegs zu sein.

Noch einmal der Hafen von Seward.

Dort zeigte sich schon der ganze Hype um das lange Wochenende. Alles war voller Camper! 

Amerikaner und das, was sie am besten können! Campen!

Nach kurzer Besichtigung fuhren wir wieder ans Meer und beschlossen dort bei heißer Schokolade die Sonne noch ein wenig zu genießen. Und während wir da so saßen kamen tatsächlich zwei Buckelwale vorbei geschwommen und bliesen Fontänen in die Luft. Alaska meinte es also nach all den unangenehmen Ereignissen mit dem Auto doch gut mit uns!

Schwer auf Fotos festzuhalten, aber sehr beeindruckend. Buckelwale an der Küste Alaskas.

Obwohl es schon nach sechs Uhr Abend war fuhren wir an diesem Tag noch weiter. Die Sonne würde sowieso erst um elf Uhr untergehen.  Für die nächsten Tage war wieder sehr schlechtes Wetter angesagt, weshalb wir die verbleibenden Stunden noch nutzen wollten und ein wenig weiter durch die traumhaft schöne Szenerie der Kenai Insel zu fahren.

Abendstimmung auf der Kenai Halbinsel.

Hier und da stoppten wir nochmal für Fotos, dann erreichten wir den Skilak Lake, an dem wir etwas verspätet unser Abendessen kochten und den Sonnenuntergang genossen. Ich sagte es doch, der Tag war ereignisreich. Und er war vor allem eines, nämlich wunderschön.

Abendessen kochen am Skilak Lake.

Weiter ging es mit der Fahrt vom Skilak Lake nach Homer. Es regnete die meiste Zeit und wir erwarteten schon, dass dort die Stimmung eher mies sei. Doch als wir dort ankamen hatte der Regen aufgehört und unsere neuen Freunde aus Anchorage waren schon fröhlich am Feiern und Campen. Also gesellten wir uns mit Bier und Barbecue zu der Runde und genossen die Zeit am Meer, mal ganz ohne Sightseeing. Bis spät in die Nacht saßen wir zusammen, tanzten um das Feuer und genossen verschiedenste feine Getränke.

Camping am Meer mit guter Gesellschaft.

Alles in allem also eine gelungene Party mit tollen neuen Kontakten zur lokalen Bevölkerung.

Selbstverständlich schliefen wir nach dieser Nacht erstmal aus und packten am nächsten Morgen erst spät unsere Sachen. Im Waschsalon in Homer duschten wir, wuschen unsere Klamotten und luden unsere Akkus sämtlich elektronischer Geräte wieder auf, während es draußen schüttete. 

Am späten Nachmittag klarte der Himmel dann wieder auf und wir nutzten dies um uns den Homer Spit, eine lang aufs Meer hinausragende Straße mit idyllischen Häuschen, anzusehen.

Der Homer Spit, camping und idyllische Häuschen am Meer.

Mann, wenn man die Berge und das Meer drum herum so in der Sonne sieht ist das schon wieder unglaublich schön.

Das blaue Meer und die schnebedeckten Berge. Immer wieder schön.

Blieb noch eine Sache zu erledigen. In einem Fischerdorf musste natürlich auch Fisch gegessen werden! Und Fish‘n Chips waren hier oben sehr renommiert. Dumm nur, dass die meisten Imbisse und Restaurants schon um sieben Uhr schlossen. Somit blieb nur ein Restaurant übrig, welches sehr voll und zugegebenermaßen auch etwas teuer war. Und so kam es, dass Mira und ich für 50 Dollar zwei Portionen Fish and Chips zum mitnehmen bestellten und uns an den Strand setzten. Die wohl teuersten Fish and Chips, die ich je hatte… immerhin waren sie ziemlich gut. 

Gesättigt und mit vielen tollen Impressionen verließen wir am Abend Homer und fuhren noch ein Stück nach Norden, wo wir einen sehr schönen Stellplatz direkt am Meer ansteuerten, den ich noch von einer Freundin aus Revelstoke empfohlen bekommen hatte. Der Stellplatz war wirklich top und der Sonnenuntergang setzte dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf. Wieder ein gelungener Tag!

Sonnenuntergang am Kalifornsky Beach.

Einen weiteren Tag verbrachten wir auf der Kenai Halbinsel in und um den kleinen Ort Hope.

Der kleine Ort Hope.

Wir hatten dieses Ziel von unseren Freunden auf der Party empfohlen bekommen und waren wirklich sehr positiv überrascht. Den Tag über wanderten wir auf den Hope Point, der sich über dem Ort Hope und dem Turnagain Arm erhebt.

Aufstieg zum Hope Point.

 

Der weite Blick über den turnagain Arm.

Sogar bis Anchorage konnte man von dort oben blicken. Aber es war auch sehr windig und kühl, weshalb wir wieder ins Tal abstiegen und den Ort selbst besichtigten.

Lieber wieder runter, da war es nämlich deutlich wärmer.

Wieder ein kleines Dorf war Hope früher Zentrum eines der vielen Goldräusche in Alaska und es waren heute noch ein paar historische Gebäude zu finden.

Die Hauptstraße in Hope.
Ein historisches Gebäude in Hope.

Zum Abendessen und Übernachten fuhren wir aus Hope ein Stückchen heraus bis Meile 13, denn dort war die nächste Empfehlung unserer neuen Freunde. Erneut ein sehr schöner Platz zum Campen und erneut ein noch viel umwerfenderer Sonnenuntergang.

Camping mit Blick aufs Meer.

Dieser war wirklich zu schön um wahr zu sein.

Der Sonnenuntergang über dem Turnagain Arm.

Und der große Vorteil hier in Alaska ist, dass die Sonnenuntergänge mehrere Stunden andauern und man sie wirklich genießen kann. Was für ein toller Abschluss zu unserer Reise über die Kenai Halbinsel!

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