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Die Kenai-Halbinsel – neue Welten zu entdecken

Die Kenai-Halbinsel – neue Welten zu entdecken

Das nächste Kapitel auf unserer Reise sollte auf der Kenai-Halbinsel südlich von Anchorage geschrieben werden. In Anchorage hatten wir zuvor ein paar Tage verbracht und Freunde getroffen, geplant und das Wetter ein wenig abgewartet. Dann standen endlich alle Zeichen auf ‚Go‘ und wir starteten unseren Trip. Wir verließen Anchorage im Sonnenschein, fanden uns aber etwas weiter in den Bergen wieder im Regen. Deshalb beschlossen wir an diesem Tag gleich bis an den südlichsten Zipfel der Insel, nach Homer, zu fahren und uns die nächsten Tage wieder bei besserem Wetter zurück zu arbeiten. Leider funktionierte unser Plan nicht. Unser bisher zuverlässiges Auto ließ uns im Stich und wollte circa 100 Kilometer von Anchorage nicht mehr starten. Wir hatten dort leider keinen Telefonservice, weshalb ich erstmal ein stück wie zum nächsten Telefonmast trampen musste. Von dort rief ich den TrippleA zum abschleppen.

Lief nicht ganz nach Plan der Trip.

Kurz darauf ging es dann wieder in der Kabine des Abschleppwagens zurück nach Anchorage. So ein Mist. Immerhin regnete es nicht mehr und wir bekamen einen ersten Eindruck der Schönheit an der Küste Alaskas. Hoffentlich sind wir bald wieder unterwegs.

In Anchorage angekommen war es bereits spät am Abend und der Hof der Werkstatt war bereits geschlossen. Da wir aber in unserem Auto wohnten half uns der Fahrer des Abschleppwagens freundlicherweise unseren Van über eine Böschung hinab am Tor vorbei in den Hof zu manövrieren. War etwas kompliziert, funktionierte aber letztendlich und so kam es, dass wir die Nacht auf dem Hof der Werkstatt campten. 

Camping mal etwas anders auf dem Parkplatz der Werkstatt.

Der nächste Tag bedeutete erst Ungewissheit und auf das Ergebnis der Inspektion warten, dann die ärgerliche Erkenntnis, dass wir 1200 Dollar für die Reparatur der Benzinpumpe und der leckenden Lichtmaschine hinblättern mussten und dann das genau so nervige warten, bis das alles erledigt war.  Das ganze dauerte so lange, dass wir noch eine weitere Nacht dort bei der Werkstatt campieren mussten. Ein bisschen munterten wir uns damit auf, indem wir Karibusteaks brieten, die wir zuvor von einem Kumpel aus Anchorage bekommen hatten.

Gutes Karibufleisch aus Alaska!

Ein kleiner Wermutstropfen, jedoch gibt es doch nichts blöderes, als im Urlaub festzustecken. Am Mittag des darauffolgenden Tages war unser Auto dann endlich wieder startklar. Das Wetter war grandios und wir waren froh, dass wir noch etwas damit anfangen konnten. Gleich fuhren wir zum Kayakverleih und änderten unsere Buchung, da sich die Pläne geändert hatten. Wie nahmen sie stattdessen sofort mit und fuhren nach Süden, hinaus aus Anchorage bis zum Portage Lake. Dort angekommen sammelten wir alle Ausrüstung zusammen und setzten die Boote ins Wasser. Ziel: der Portage Glacier!

Schon auf dem Weg dorthin paddelten wir an dem ein oder anderen Eisberg vorbei, der Gletscher selbst blieb noch hinter einer Biegung verschwunden. Weiter am Ufer entlangpaddelnd passierten wir einige schöne Wasserfälle, die die steilen Berge Alaskas hinabstürzten. So wild muss Alaska sein, um Spaß zu machen!

Nach einer Weile mühseligem voran arbeiten erschien dann letztendlich der Portage Glacier. Was für ein Gigant! So eindrucksvoll hatte ich mir das nicht vorgestellt! Absolut postkartenreif. 

Der Portage Glacier von etwas weiter weg.

Näher und näher kamen wir mit unseren Kayaks and die riesigen Wände aus Eis und fühlten uns zunehmend kleiner! An zwei Stellen reichte der Gletscher noch bis an den See heran, beide steuerten wir mit unseren Kayaks an.

Absolut unglaublich, oder?

Zudem legten wir auf dem in der Mitte über gebliebenen Nunatak an und bestiegen diesen, wodurch wir den Gletscher mit seinem bestechlichen Blau auch aus anderen Perspektiven bestaunen konnten. Soo klein fühlte man sich dort, wirklich so klein. Ein ehrfürchtiger Ort.

Die zeit vergessen…

Lange Zeit verbrachten wir dort am Gletscher, jegliches Zeitgefühl hatten wir verloren, was hier oben in Alaska auch wirklich nicht schwer ist. Trotzdem sank die Sonne langsam tiefer und es war an der Zeit sich von diesem Wunder der Natur zu verabschieden.

Bye bye, Portage Glacier, es war schön.

In die untergehende Sonne paddelten wir zurück zum Parkplatz, landeten dort an und hievten die Boote aus dem Wasser.  Zurück bei unserem Van dann der Schock! Ein Fenster war eingeschlagen! Oh nein, dass hatte uns noch gefehlt…

Unser Auto bereitete dieses Mal echt Probleme…

Schnell fanden wie jedoch heraus, dass sonderbarerweise nichts fehlte. Aber das Fenster war halt kaputt. Also begannen wir, trotz eines Bärenhungers, die Scherben aufzukehren und das Fenster mit Tape abzukleben. Das hinterließ dann doch einen bitteren Nachgeschmack an so einem wundervollen Tag. Es war bereits spät zu diesem Zeitpunkt und zurück nach Anchorage zu fahren hatte keinen Sinn. Also suchten wir uns dort ein gemütliches Plätzchen.

Am nächsten Morgen beschlossen wir uns von der zerbrochen Scheibe nicht den Ausflug verderben zu lassen. Am Portage Lake gab es eine Day Lodge, bei der wir unsere Wertsachen abgeben konnten. Danach setzten wir die Kayaks wieder aufs Wasser. Dieses mal folgten wir dem Fluss, der dem Portage Lake entsprang und paddelten diesen gemütlich bis fast an dessen Mündung ins Meer.

Kleine Kayaktour auf dem Portage Creek.

Eine kleine, entspannte Tour, die aber das Kayak ausleihen nochmal so richtig lohnenswert machte. Zurück zum Auto wurde dann getrampt, ich wartete mit den Kayaks unten an der Straße. Wenig später kam Mira mit unserem Van zurück, sammelte mich und die Kayaks ein und dann hieß es vorerst erneut ,zurück nach Anchorage!‘

Eine kleine Elch-Familie auf dem Weg nach Anchorage.

Dort brachten wir zunächst die Boote zurück und fuhren dann zu meinem Kumpel Erik. Von dort aus kümmerten wir uns darum, eine neue Scheibe für das Auto zu finden und unser weiteres Vorgehen zu planen. Viel gesehen hatten wir noch nicht von der Kenai Halbinsel, deshalb würden wir eine weiteren Trip dort unternehmen. Diesen möchte ich euch in meinem nächsten Beitrag präsentieren.

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