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Alte Bekannte auf dem Stewart-Cassiar Highway

Alte Bekannte auf dem Stewart-Cassiar Highway

Für unseren Weg nach Norden hatte ich die selbe Route gewählt, die Moritz und ich damals auch gefahren waren. Dies bedeute, dass wir auf dem hinter den Coastal Mountains entlanglaufenden Stewart-Cassiar Highway fahren würden. Dieser war schon vor zwei Jahren eines der absoluten Highlights auf unserem Roadtrip, und auch dieses Mal schien das Wetter mitzuspielen, was eine großartige Fahrt bedeuten würde. Und so war es dann auch. Dieses mal konnten wir schon ab Smithers am Highway 16 die schneebedeckten Gipfel bestaunen, die sich wie ein Band nach Norden zogen.

Wir haben wieder Berge um uns herum, yay!

Kaum auf den Stewart-Cassiar Highway abgebogen ging es wieder richtig in die kanadische Wildnis, in der wir erneut zahlreiche Bären am Straßenrand erblickten. Und jetzt die große Preisfrage: Was macht man am besten kurz nachdem man einen Schwarzbär am Rand des Highways gesehen hat? Klar, man biegt 100 Meter später ab und sucht sich einen schönen Ort zum campen und hofft insgeheim, dass der Bär aus der Nachbarschaft sich nicht mit zum Abendessen einlädt.

Wie wäre es mit diesem Kerl mit am Abendessentisch?

Besagter Ort zum Übernachten war die Bonus Lake Recreation Site, ein wahrer Traumplatz mit Picknicktischen direkt am Seeufer. Da konnten wir einfach nicht weiter fahren.

Der Blick von unserem heutigen Campground. Klar müssen da fotos gemacht werden!

Am nächsten Morgen ging es dann weiter auf dem Highway bis zum Abzweig an die Küste nach Stewart. Dieses Mal war es keine Option an diesem Ort einfach vorbeizufahren. Auf dem Weg dorthin überquerten wir erneut den Pass am Fuße des Bear Glaciers, ein erstes emotionales Déja Vue.

Das Bild kommt euch irgendwie bekannt vor? oder doch nicht? … Foto: Mira
Doch natürlich, das war vor ziemlich genau zwei Jahren am selben Ort!

Letztes mal sind Moritz uns ich hier umgedreht, dieses Mal fuhren Mira und ich weiter bis an die Pazifikküste zum super idyllischen Ort Stewart.

Und so schnell geht es von den Bergen ans Meer! Der Blick von Stewart zum Pazifik ist wirklich wunderschön.

Ein bisschen spazieren, einen Kaffe trinken und dann ging es mal schnell rüber nach Alaska. Ja genau, dort unten lag die Grenze zum südlichsten Ort Alaskas, Hyder,  der „freundlichsten Geisterstadt“ im gesamten Staat. Keine Grenzkontrolle, kein Papierkram zum vorzeigen. Denn von hier aus ging jeder Weg wieder zurück nach Kanada.

Das erste Mal Alaska für dieses Jahr!

So auch unserer. Wir wollten circa 30 Kilometer auf Schotterstraßen zum Salmon Glacier fahren. Dumm nur, dass die Straße nur bis Kilometer 22 geräumt war und wir dann vor einer Schneepiste standen. Nun gut, manch einer hätte jetzt umgedreht, doch nicht wir, wir sind ja schließlich auf einem Ski Roadtrip. Also packten wir unsere Sachen und tourten los. Doch auch hier spielten die Bedingungen nicht wirklich mit, denn kurz darauf war wieder sämtlicher Schnee von der Schotterstraßegeschmolzen und wir mussten unsere Ski häufig und über weitere Strecken tragen. Und dann war der angestrebte Viewpoint auch nicht sonderlich prickelnd. Naja, war trotzdem schön dort oben und Sport tut auf einem Roadtrip ja auch gut.

Ganz so viel Skifahren gab es heute nicht, aber die Bewegung tat uns gut. Foto: Mira

Nach dieser etwas komplizierten Tour gings zurück durch Hyder nach Stewart, in diese Richtung allerdings mit Grenzkontrolle. Und dann ließen wir diesen wunderschönen Fleck Erde hinter uns und fuhren zurück zum Stewart-Cassiar Highway und weiter nach Norden. Während dieser letzten Stunden ging allmählich die Sonne unter und beschien die schneebedeckten Gipfel um uns herum. Der Stewart-Cassiar Highway lieferte wieder alles was er zu Bieten hatte. So unglaublich schön!

Langsam wurde es dunkel…
…und das Restlicht verfärbte die Gipfel…
… und hier und da schien die Sonne auf die Höchsten von Ihnen.

Für die Nacht hatte ich den nächsten alten Bekannten auf dem Radar. Am Bob Quinn Lake haben schon Moritz und ich vor zwei Jahren übernachtet und waren von diesem Platz sehr begeistert.

Erneut am Bob Quinn Lake. Auch für Mira ein ganz besonders schöner Ort!

Grund also, dort wieder hinzugehen. Und genau wie damals zeigte sich das Bergpanorama in einem Licht wie aus dem Bilderbuch. Auch beim zweiten Mal ist dieser Ort etwas ganz besonderes.

Da braucht man eigentlich gar keine Worte, oder?

Am nächsten Morgen schliefen Mira und ich aus und genossen die Morgensonne beim Frühstück. Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg. Bis zum Alaska Highway im Yukon wollten wir es heute noch schaffen. Wir fuhren weiter durch die faszinierende Kulisse der Coastal Mountains und erreichten dann die etwas weiter im Landesinneren liegenden Cassiar Mountains. Diese zeigten sich in einem sehr stimmungsvollen Licht und waren deutlich eindrucksvoller, als ich sie von vor zwei Jahren in Erinnerung hatte.

Fahrt durch die Cassiar Mountains.

Zudem hielten wir noch in Jade City an, was im Prinzip lediglich ein großes Grundstück war, auf dem Jadeschmuck, -steine und sämtliche andere Souvenirs aus der nahegelegenen Mine verkauft wurden.

Für Steine hatten wir im Gepäck dann doch keinen Platz…

Da es schon Nachmittag war, ließen wir auch diesen Ort hinter uns und erreichten am Ende der Cassiar Mountains den Ort Good Hope Lake, der an einem tollen See liegt.

Der Good Hope Lake.

Von dort aus ging es in die Weite hinaus Richtung Grenze zum Yukon.

Bye bye, Berge, war schön!

Erneut fuhren wir wieder durch die riesigen Walbrandgebiete im Norden British Columbias, von denen ich bereits früher berichtet habe.

Ein klein bisschen neues Leben in einer sonst komplett abgebrannten Landschaft.

Und dann erreichten wir am Abend tatsächlich noch das Yukon Territory und schlossen damit die traumhafte Reise auf dem Stewart-Cassiar Highway ab.

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