Der Roadtrip meines Lebens – eine Bilanz

Der Roadtrip meines Lebens – eine Bilanz

Dass mein riesiger Roadtrip mittlerweile zu Ende ist, habt ihr ja schon in den letzten Beiträgen mitbekommen, allerdings fiel es mir echt nicht leicht mich von einem auf den anderen Tag vom Reisen wieder auf einen normalen Alltag umzustellen. Ich bin in das Loch gefallen, in das man halt so fällt, nachdem man einen Urlaub hinter sich hatte. Nur dass mein Urlaub ganze sechs Monate lang war, die ich getrost als die aufregendste Zeit meines bisherigen Lebens bezeichnen kann.

Starten wir mit einer, wie ich finde, ziemlich eindrucksvollen Zahl: 32.000 Kilometer. Diese Distanz habe ich in weniger als sechs Monaten auf meinen Van Max raufgefahren. Wahrscheinlich mehr, als ich in meinem bisherigen Leben insgesamt Auto gefahren bin. Dreiviertel des Erdumfangs. Wo ich da überall hingekommen wäre, wenn ich einfach schnurgerade aus in eine Richtung gestartet wäre. Aber das ist es ja, 32.000 Kilometer nur in Nordamerika! Dadurch habe ich natürlich extrem viele Orte gesehen. Und noch dazu war ich ja genau genommen nur im Westen der USA und Kanada unterwegs. Dafür kann ich jetzt beruhigt sagen, dass ich so ziemlich alles sehenswerte zwischen Fairbanks, Alaska und San Diego, ganz im Süden der Westküste der USA, gesehen habe. Meiner Lebtag hätte ich nicht gedacht, dass ich das mit 22 Jahren behaupten könnte. Amerika, das war immer so ein weit entfernter Traum. Die Bilder daheim in unserem Wohnzimmer, die Dias von den Urlauben meiner Eltern, die ich seit klein auf immer wieder sehen durfte. So viele dieser Orte waren jetzt nicht mehr nur ein Bild von ganz weit weg, sondern nun eine Erinnerung in meinem Gedächtnis.

Gehen wir weiter, ein paar weitere Bilanzen: Während der letzten sechs Monate habe ich in Kanada und den Vereinigten Staaten 24 Nationalparks besucht. Ich war im eisigen Denali Nationalpark, der den höchsten Berg Nordamerikas beheimatete. Ich war auch am tiefsten Punkt Nordamerikas, im Death Valley, welches zudem auch noch der heißeste Ort der Welt ist. Außerdem war ich an der regenreichen Pazifikküste unterwegs, die einige ganz besondere Juwelen im Regenwald beheimatet. Und ich war in all den Gebirgen, den Rocky Mountains, der Sierra Nevada und wie sie sonst so alle heißen. Zudem habe ich selbstverständlich auch zwischen all den Nationalparks unglaublich viel gesehen. 24 Nationalparks, das klingt irgendwie noch ganz überschaubar für sechs Monate, findet ihr nicht? Deshalb hole ich an dieser Stelle mal noch etwas aus und gehe auf die Ebenen unter den Nationalparks ein. In Kanada habe ich während meiner Reise 14 Provincial Parks und sogar einen Territorial Park besucht. Noch viel eindrucksvoller: In den USA habe ich 21 State Parks, 14 National Forests, fünf National Recreation Areas, drei National Monuments und einen Tribal Park besucht. Ganz so sicher bin ich mir bei den Zahlen schon gar nicht mehr, es könnten durchaus der ein oder andere Park mehr sein. Wie auch immer, auf jeden Fall habe ich so unglaublich viel gesehen, dass es mir am Ende sogar teilweise zu viel wurde. Und doch habe ich jetzt, drei Wochen nach Ende meiner Reise schon wieder dieses Kribbeln in den Fingern. Diesen Drang, einfach in mein Auto zu springen und loszufahren. Zugegeben, ich habe etwas geflunkert, als ich behauptet habe, alles schon gesehen zu haben. Da wartet noch so viel auf mich, auch im wunderschönen Westen Nordamerikas.

Es ist offensichtlich, dass das nicht das letzte Mal war, das ich durch Nordamerika gereist bin. Und es ist auch offensichtlich, dass ich einige wunderbare Menschen hier drüben wieder treffen will und werde.

Vor allem während der Zeit, die ich alleine reiste, habe ich so viele tolle Menschen kennen gelernt, dass es jammerschade wäre, wenn ich diesen nicht irgendwann wieder über den Weg laufen würde. Doch auch die Zeit, die ich nicht alleine gereist bin, werde ich nicht vergessen. Erst der große Roadtrip nach Alaska mit meinem Travelbuddy Moritz. Dann das coole Spektakel der Sonnenfinsternis in Oregon, zu dem ich Rico mitnahm. Und natürlich zu guter Letzt die Zeit mit meiner Freundin und meinen Eltern. Erfahrungen zu teilen macht eben besonders glücklich.

Gerne schwelge ich derzeit Abends in den Gedanken an dieses Abenteuer umher, und doch ist es gut so wie es ist. Mal eine Pause, etwas herabkommen von der Reizüberflutung.

Und dann ist da ja auch noch die Vorfreude auf das nächste große Abenteuer. Eine verdammt noch mal ganze Skisaison im Revelstoke Mountain Resort. Da wird dann ordentlich geshreddet!

Abschließend kann ich nur erneut allen Menschen danken, die mich auf meiner Reise unterstützt haben und diese ermöglichten. Ohne euch wäre alles anders gewesen. Nicht so toll, aufregend, spektakulär, eindrucksvoll oder faszinierend. Einfach nicht so Nordamerika.

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2 Kommentare

  1. D.K.
    Dienstag, der 24. Oktober 2017 / 22:26

    Mein lieber Mo,
    Regelmäßig lese ich deinen Blog um deine Reise auf diese Art und Weise etwas miterleben zu dürfen.

    Erst neulich ist mir beim aufräumen ein Bild von uns zwei in die Finger gekommen, da habe ich dich als kleinen wurm auf dem Arm… Und wenn ich jetzt diese Reise von dir, wenn auch nur online, begleite, dann muss ich sagen verdammt dieser kleine wurm hat es genau richtig gemacht.

    Ich bewundere deinen Mut eine solche Reise mehr oder weniger alleine anzutreten und muss sagen, dass ich auf eine gewisse Art auch etwas neidisch bin.
    Nicht zwingend auf deine Reise und dein Erlebtes, eher auf deine Art Dinge anzugehen bzw. Es einfach zu machen.
    Leider hatte ich in deinem alter nicht diesen Mut und diese Ansicht vom Leben.

    Angefangen mit deinem Trip nach Malaysia über Bali bis hin zu dieser Reise, du hast dies auf eine ganz spezielle Art und Weise gemacht.
    Und dabei die Welt und uns Zuhause gebliebenen mit wunderbaren Bildern und Erlebnissen mehr als nur unterhalten.

    Auf eine gewisse Art hast du bei uns allen das Fernweh geweckt.
    Du hast uns gezeigt wie schön die Welt ist abseits der Hauptstraßen, welche wunderbare Natur wir um ums herum haben.

    Dafür möchte ich dir danken.

    Ich bin stolz auch dich und ich hoffe dass du diesen Weg irgendwie weitergehst bzw. Bin mir sicher dass du das tun wirst.

    Und denke daran, Heimat ist da wo man sie für sich findet, auch wenn die Wurzeln ganz wo anders liegen.

    In diesem Sinne hoffe ich dass wir uns bald sehen, hören oder beides.

    Und jetzt bleibt mir nur noch dir eine wunderbare Saison beim shredden zu wünschen.

    Lieber Gruß vom Rhein

    • Mittwoch, der 25. Oktober 2017 / 16:21

      Wow, vielen, vielen Dank. Solche Kommentare erinnern mich immer an die tolle Familie und Freunde, die daheim auf mich warten. Außerdem ist es eine Bestätigung für das, was ich hier mache: Eine Menge Zeit in diese Seite stecken. In diesem Sinne: mal sehen, wann ich wieder etwas zu berichten habe.

      Grüße zurück an den Rhein,

      Mo

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