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Die Sierra Nevada – vom Lake Tahoe zum Mono Lake

Die Sierra Nevada – vom Lake Tahoe zum Mono Lake

Abgesehen vom wohl berühmtesten Nationalpark in der Sierra Nevada, dem Yosemite Nationalpark, den ich später besuchen werde, gibt es dort viele andere sehenswerte Orte zu erkunden. Bevor ich hinauf in das Gebirge fuhr, besuchte ich noch Tadashi und Suzie in Davis, nahe Sacramento. Ich hatte die beiden und ihre Tochter an der Glacier Bay in Alaska kennen gelernt, woraufhin diese mich einluden, bei ihnen vorbei zu schauen. Zum Glück durfte ich die Nacht in ihrem Gästezimmer verbringen, denn in der Gegend herrschte wirklich eine brütende Hitze bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen ließen sie es sich nichtmal nehmen, mich mit einem guten Frühstück zu versorgen und mir noch ein Lunchpaket mitzunehmen. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Unterstützung ich bei meinem Projekt Nordamerika von allen Seiten bekomme. Ich kann gar nicht genug Dankbar dafür sein.

Nachdem ich mal wieder meine Vorräte bei Walmart aufgestockt hatte, fuhr ich auf dem Interstate 80 hinauf in die Sierra Nevada. Schnell verengte sich der anfangs 14-(!!!)-spurige Highway zu einem normalen zweispurigen, der sich auf über 2000 Höhenmeter die Berge hinauf schlängelte.

Die Eisenbahnlinie verlief auch parallel zum Highway über den Pass.

Im Bergdorf Truckee bog ich ab und erreichte kurze Zeit später den Lake Tahoe. Mal wieder so ein Ort, von dem ich traumhafte Bilder gesehen hatte. Jedoch blieb der See zunächst weit hinter meinen Erwartungen zurück. Hauptsächlich das bewölkte Wetter und der Wind ließen den See wie eine große, unscheinbare Fläche erscheinen. Da es erst Mittag war, suchte ich mir eine Beschäftigung für den Nachmittag. Wandern, was sonst. Nachdem ich kurz eine Runde im See geschwommen war fuhr ich hinauf zum Barker Pass und wanderte von dort zum Ellis Lake und auf den Ellis Peak.

Der Ellis Lake, wunderschön am Hang der Sierra Nevada gelegen.

Vor allem die Natur beeindruckte mich hier in dem Hochgebirge. In den Senken fanden sich schattenspendende Bäume, die mit kontrastreich hellgrünem Moos bewachsen waren.

Vor allem das hellgrüne Moos an den Bäumen beeindruckte mich, da es einen wunderschönen Kontrast zum dunkelgrünen wald darstellte.

Auf den Bergkämmen dominierten abgestorbene und krüppelige Bäume, die trotzdem ihren Reiz hatten.

Harte Bedingungen lassen die Vegetation hier oben ums Überleben kämpfen.

Beeindruckt von der Vegetation machte ich mich zurück zum Seeufer und stieg für den Sonnenuntergang auf den Eagle Rock.

Sonnenuntergang auf dem Eagle Rock.

Und dann wurde mir so langsam bewusst, wie schön dieser Ort eigentlich war. Die hinter mir untergehende Sonne warf ein spektakuläres Licht auf die am gegenüberliegenden Ufer aufragenden Berge und die sich darüber aufstauenden Wolken. Traumhaft! Was für ein schöner Abend.

Glühende Wolken, die durch die Abendsonne angestrahlt wurden.

Am nächsten Tag reiste ich dann früh weiter.

Sonnenaufgang über dem See. Aufbruchstimmung!

Ich hielt noch an der Emerald Bay an, um dort Wasserfälle zu besichtigen, die die kargen Felsen hinunter stürzten und kehrte letztendlich dem Lake Tahoe den Rücken zu.

Wasserfälle an der Emerald Bay.

Weiter gings den steilen Kingsbury Grade hinab ins Tal hinter der Sierra Nevada. Da ich ein Stück durch den Bundesstaat Nevada fuhr, tankte ich dort günstig und ließ den nächsten Ölwechsel durchführen. Ich hatte mittlerweile sage und schreibe 25.000 Kilometer auf meinen Max draufgefahren.

Hinter der Sierra Nevada herrschte wieder deutlich arideres Klima. Durch das Buschland fuhr ich weiter Richtung Süden und Richtung Mono Lake. Die Straße hinter der steil abfallenden Sierra Nevada war mal wieder ein wunderschöner Abschnitt auf meinem Roadtrip.

Panorama der Sierra Nevada, die aus der trockenen Steppe emporragt.

Einen Stopp legte ich vor dem Mono Lake noch ein. Von Tadashi hatte ich den Insider Tipp bekommen, mir die Travertine Hot Springs anzusehen. Mal wieder Hot Springs, nicht gerade das beste an einem warmen, sonnigen Tag. Dennoch fuhr ich dorthin und wurde sehr positiv überrascht. Das waren mit Abstand die geilsten Hot Springs, die ich bisher gesehen habe. Fast wie ein kleines Yellowstone hatten die heißen Quellen eine beeindruckende Landschaft erschaffen.

Yellowstone Feeling in Kalifornien. Die Travertine Hot Springs!

Und mit etwas Wind und Wolkenschatten ließ es sich doch ganz gut darin entspannen. Der Tag war echt schon wieder super.

Ich hatte die Hot Springs einfach mal für mich alleine! Was für ein Luxus!

Am Nachmittag machte ich mich dann letztendlich auf zum Mono Lake. Leider waren mal wieder Waldbrände in der Nähe, die die Sicht über das Mono Lake Basin trübten. Trotzdem war die Landschaft hier erneut etwas einzigartiges. Ich wanderte ein bisschen entlang des Sees, betrachtete die Tuffsteine am Ufer und fuhr am Abend hinauf zu einem Viewpoint, von dem aus ich den ganzen See überblicken konnte und an dem ich sogar schlafen konnte.

Die markanten Tuffsteine am Ufer des Mono Lakes.

Panoramablick auf den Mono Lake, was für ein Schlafplatz.

Mein heutiger Schlafplatz. Die Sonne wird mich dann morgen früh aufwecken.

Einmal alle Türen auf, Stereoanlage auf Maximum und “Comfortably Numb” von Pink Floyd in die weite Prärie hinaus abspielen. So und nicht anders muss sich ein Roadtrip anfühlen!

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