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San Francisco – Wandern durch den Großstadtdschungel

San Francisco – Wandern durch den Großstadtdschungel

San Francisco zu Fuß zu erkunden kann man getrost eine Wanderung nennen und es als Großstadtdschungel zu bezeichnen ist auch nicht wirklich untertrieben. Zwar ist an San Francisco gerade so toll, dass alle Attraktionen zu Fuß erreichbar sind, doch die Tatsache, dass die Stadt auf alles andere als flachem Terrain erbaut ist, macht das Ganze zu einer anstrengenden Angelegenheit. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Höhenmeter und wie viele Treppenstufen ich an diesem Tag hinauf und wieder hinab gestiegen bin. Trotzdem war es ein wirklich sehr besonderer Tag. Denn es war eben nicht irgendeine Stadt, es war gottverdammt noch mal San Francisco. Unglaublich, hier zu sein. An der Golden Gate Bridge, an Alcatraz, am Union Square. Doch alles der Reihe nach.

Am Abend, nachdem ich in Sausalito die Hausboote besichtigt hatte, fuhr ich zum ersten Mal hoch zum Viewpoint auf die Golden Gate Bridge. Es wirkte fast surreal, wie die riesigen Pylonen aus dem Wolkenmeer emporragten, welches sich vom Ozean her in die Bucht ausbreitete.

Die Golden Gate Bridge, wie sie im Abendlicht aus den Wolken empor ragt.

Erst später, als die Dunkelheit einsetzte, verzogen sich diese und zeigten die Brücke in ihrem vollen Ausmaß.

Endlich waren die Wolken verschwunden und ich konnte die gesamte Brücke sehen.

Die Nacht verbrachte ich noch in Sausalito, bevor ich am nächsten Morgen nochmal einen Blick auf die Brücke warf und dann über diese in die Stadt fuhr. Was für ein Gefühl. Mit dem ersten Auto, dass ich je besessen hatte, fuhr ich über die Golden Gate Bridge in San Francisco. Zwick mich mal bitte jemand.

 

Da Sonntag war, konnte ich mir quasi einen Parkplatz nahe Downtown aussuchen, da am Sonntag keine Gebühren fällig waren. Erste Station auf meiner geplanten City Tour war der berühmte Union Square im Herzen der Stadt. Ich setzte mich erstmal gemütlich hin und genoss die angenehm frische Morgenluft.

Gemütliches Päuschen am Union Square im Zentrum der Stadt.

Da dort freies WLAN zur Verfügung stand, wollte ich gleich noch schnell die Gebühr für die Brücke bezahlen. Wie sich jedoch herausstellte, ging das online nur für amerikanische Kennzeichen, nicht aber für Kanadische. Jetzt musste ich wegen der dämlichen Gebühr am Montag nochmal zu einem Office rennen, und die da bezahlen. Egal, nicht davon den Tag verderben lassen. Weiter gehts.

Ab durch die Staßenschluchten nach Downtown!

Ich schaute noch kurz an dem geschlossenen Office vorbei, um die Parkplatzsituation auszuchecken und machte mich dann auf den Weg von Downtown zur Waterfront.

Blick von der Waterfront auf die Oakland Bay Bridge, die mindestens genauso groß, wenn nicht sogar größer als die Golden gate Bridge ist.

Ich lief sie einmal von der Oakland Bridge aus nach Norden entlang, bog zwischenzeitlich ab, um auf den Telegraph Hill zu steigen und fand mich nach dem Abstieg am berühmten Pier 39 wieder.

Das Pier 39 erinnert fast an einen Jahrmarkt oder Freizeitpark.

Massen über Massen and Touristen tummelten sich über das zweistöckige Pier, um die Läden zu besuchen, Straßenkünstler zu beklatschen oder einen Blick auf Alcatraz zu werfen, welches vom Ende des Piers am besten zu sehen war.

Das berühmte Gefängnis Alcatraz, in der Mitte der Bucht.

Zu allem Überfluss konnten neben dem Pier auch noch zahlreiche Kalifornische Seelöwen beim in der Sonne chillen beobachtet werden. Klar, wollte jeder hier hin.

Einfach die Sonne genießen und als Fotomotiv für tausende Touris dienen. Chilliges Leben.

Doch auch im anschließenden Fisherman’s Wharf District war kaum weniger los. Mich störte es nur diesmal kaum, zwischen so vielen Menschen zu sein, denn irgendwie wurde dadurch nur der Flair der lebendigen Stadt unterstrichen. Ich entspannte mal wieder bisschen in der Sonne, nachdem ich jetzt schon einen guten Fußmarsch zurückgelegt hatte und besuchte anschließend den Ghirardelli Square, der für seine Schokoladenmanufaktur bekannt war.

Die Schokoladenmanufaktur am Ghirardelli Square.

Hier und da eine Kostprobe bekommen, hatte ich wieder Energie um den nächsten Hügel zu besteigen. Am Hang dessen fand sich ein besonders steiler Abschnitt der Lombard Street, die aufgrund des starken Gefälles hier in engen Serpentinen bergab verlief.

Stele Serpentinen am Hang, bevor es wieder geradeaus weiter geht. Die Lombard Street, die einmal queer durch die Stadt geht.

Wollte natürlich wieder jeder sehen, also nichts wie weiter, wieder etwas weg vom Trubel. Es war mittlerweile Zeit, mich nach einem Ort zum Abendessen umzusehen, also machte ich mich auf den Weg Richtung Chinatown. Von einem weiteren Hügel, den ich überqueren musste, bekam ich nochmal einen tollen Blick über Downtown, der gar nicht in der Karte vermerkt war. Überraschungen gibt’s.

Noch ein Beweisfoto machen, damit ich auch wirklich sagen kann, dass ich dort war.

Außerdem schreckte mich ein Gekreische von zahlreichen Papageien, oder was auch immer das für Vögel waren, auf, als ich gerade den Blick genoss. Es gab also sogar Wildlife Watching in der Stadt.

Gekonnte Landung. Ein Papagei (oder was auch immer das für ein Vogel ist) landet auf einem der blühenden Bäume.

In Chinatown passierte mir dann das unglückliche Missgeschick, dass ich etwas am Bordstein abrutschte und mir mein Flipflop Hänger abriss. Barfuß durch Chinatown, komische Blicke vorprogrammiert.

Fast so, als wäre man irgendwo in Asien unterwegs. Chinatown in San Francisco.

Da ich eigentlich ein Restaurant aufsuchen wollte, musste schnell eine Lösung her. Nicht gerade einfach mit Schuhgröße 48 in Chinatown. Mit einem Paar zu kleinen Schlappen für 6 $ hatte es dann doch gepasst und ich fand mich wenig später in einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße wieder. Die Erfahrung aus Südostasien half mir dabei, ein preiswertes und doch gutes Restaurant zu finden. Nach einem guten Mahl machte ich mich dann schließlich auf zurück zu meinem Auto. Nochmal über zwei Hügel, dann hatte ich es endlich geschafft. Was für ein Tag. San Francisco wird mir mit seiner einzigartigen, historischen Architektur und den unglaublich steilen Straßen noch lange in Erinnerung bleiben, oder sollte ich eher sagen, in den Knochen?

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