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Oregon – Alte Bekannte und die Sonnenfinsternis

Oregon – Alte Bekannte und die Sonnenfinsternis

Endlich, endlich durfte ich in die USA einreisen. Doch zuvor fuhr ich noch einmal hoch nach Whistler, um Brillen für die Sonnenfinsternis in Oregon zu besorgen. Mit an Bord war Rico aus Deutschland, der für die Sonnenfinsternis extra nach Oregon reisen wollte. Wir hatten uns über Facebook getroffen und die gemeinsame Reise dorthin geplant. In gesamt Vancouver waren die Schutzbrillen ausverkauft und in den Staaten sah es nicht besser aus, also mussten wir eben nochmal 200 Kilometer mehr fahren für die zwei Papierbrillen. Und dann ging es endlich los. Von Whistler nach Tygh Valley in Oregon. 800 Kilometer an einem Tag. Erste Probleme gabs mal wieder an der Grenze. Ich erwischte echt immer die blöden Officer, die nur dumme Fragen stellen. Letztendlich war dann doch alles in Ordnung. Erstmal wieder günstig tanken und weiter gehts. Vorbei an Seattle und dann Richtung Osten. Baustelle! Na toll! Wieder ein bisschen Zeit verloren und dann gings endlich wieder nach Süden Richtung Oregon. Am Nachmittag erreichten wie Yakima, tankten nochmal und kauften Vorräte für die nächsten Tage ein. Und dann kam endlich die letzte Etappe. Durch die abermals trockene Landschaft hinter dem Küstengebirge schlängelten wir unseren Weg bis zum Columbia River Tal.

Das Columbia river Valley. Eine wunderschöne gegend an der Grenze zwischen Washington und Oregon.

Gedanken an Revelstoke stiegen mir in den Kopf, nur war ich diesmal am Unterlauf des Flusses. Leider führte unsere Strecke nur ein paar Kilometer durch das Tal, dann gings auf die Landstraße Richtung Tygh Valley, dem Ort in dem David wohnte, mit dem ich ein paar richtig tolle Tage in den Rockies erlebt hatte. Entlang der Kulisse der untergehenden Sonne über dem Mount Hood fuhren wir in den Abend.

Sonnenuntergang über dem Mount Hood.

Nach vierzehnstündiger  Reise erreichten wir endlich Davids Haus. Dort begrüßte uns natürlich Tigger mit den zwei Hunden von Davids Schwester und die Gesamte Familie, die sich für das Wochenede dort versammelt hatte. Wir übernachteten vor seinem Haus, verbrachten den gesamten nächsten Tag dort und reisten schließlich auf die Nacht weiter nach Madras, dem Ort, der genau auf der Laufbahn der Sonnenfinsternis lag. Dort schliefen wir am Rand einer der vielen Rangeroads, um am nächsten Morgen einen guten Platz zum betrachten der Sonnenfinsternis zu haben. Und dann war es so weit. Kurz nach neun am folgenden Tag setzten wir unsere Brillen auf und schauten dem Mond zu, wie er sich nach und nach vor die Sonne schob.

Die Spannung steigt! Die totale Sonnenfinsternis rückt näher!

Um 10:17 Uhr erreichte die Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt. Es wurde dunkel, kalt und man konnte die Corona der Sonne um den Mondschatten herum erkennen. Knapp zwei Minuten lang, in denen man nicht mal die Brille aufsetzen musste. Das war so unglaublich faszinierend.

Und das war sie dann. Die totale Sonnenfinsternis!

Viel zu schnell war das ganze dann wieder vorbei. Und dann begann der Stress! Hunderttausende sind zum Betrachten der Sonnenfinsternis nach Oregon gereist, und jetzt wollten sie alle wieder nach Hause. Stau sowas von vorprogrammiert. Also stauten wir uns bis ins Zentrum von Madras, wo ich mich von Rico wieder trennte. Er würde jetzt versuchen zurück nach Vancouver zu hitchhiken. Mal sehen wie das so klappt. Ich fuhr über ein paar Seitenstraßen vorbei am schlimmsten Stau Richtung Süden. Ich hatte noch drei Punkte an diesem Tag zu erledigen. Zunächst wollte ich den Smith Rock State Park besuchen, von dem mir Knox in den Rockies erzählt hatte. Also stoppte ich dort für einen Moment und bestaunte die eindrucksvollen Felsformationen.

Der Smith Rock State Park zeigt eindrucksvolle Felsformationen entlang des Flusses.

Als nächstes musste ich noch zu Walmart, da sich die Glühbirne meines hinteren Blinkers verabschiedet hatte. 5,50$ weniger im Geldbeutel war das Problem dann wieder gefixt. Und dann noch der dritte Punkt: Knox treffen. Dieser war vor kurzem erst nach Bend umgezogen und da bot es sich natürlich an, ihn gleich mal zu besuchen. Am späten Nachmittag erreichte ich Bend und wir unternahmen eine kleine Tour durch die Stadt. Was für ein unglaublich toller Ort. Am Deschutes River entlang erstrecken sich zahlreiche Parks mit saftig grünem Rasen und schatten spendenden Bäumen.

Der Deschutes River im gemütlichen Städtchen Bend.

Der Deschutes River selbst bot Bademöglichkeiten, konnte mit Schlauchbooten befahren werden und sogar eine eine surfbare Welle gab es auf dem Fluss. Solche Nachmacher, denken wohl sie könnten mit München mithalten.

Fast schon professionell, aber nicht vergleichbar mit der Münchner Flusswelle.

Naja, wie auch immer. Den ereignisreichen Tag beendete ich mit meinem üblichen Abendessen an einem Picknicktisch am Deschutes River und überlegte mir für den nächsten Tag, welchen Weg ich nach Portland nehmen würde.

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