Calgary zum Zweiten – Planänderung

Calgary zum Zweiten – Planänderung

Ich war also wieder in Calgary und zweifelte mehr denn je an meinem Projekt Nordamerika. Ich hatte alles so schön durchgeplant und nur den Fehler gemacht, mich auf die Erfahrungen anderer zu verlassen, aber nicht genau die Visumsauflagen zu recherchieren. Ich musste so schnell wie möglich zum Konsulat! Am nächsten Morgen stand ich um Punkt 7:30 Uhr vor dem Konsulat in Calgary, um mit Bedauern festzustellen, dass Feiertag war und es geschlossen hatte. Also dann, erstmal Starbucks für ein paar Stunden und recherchieren, wie es denn weiter gehen könnte. Bis Mittag hatte ich dann so einen ungefähren Plan und mein Kopf rauchte, weshalb ich beschloss das beste aus dem sonnigen Tag zu machen und im Edworthy Park zu picknicken und zu relaxen.

Wer sagt, dass man in der Stadt nicht gemütlich campen kann?

Immer noch komplett perplex fuhr ich also los und schaltete das Radio ein. Rock Calgary, kein schlechter Sender. Aber ehrlich? Musstet ihr genau da “You can’t always get what you want” von den Stones spielen? Trotz der Ironie fand ich schnell wieder gefallen an der Musik und meine Stimmung für den Rest des Tages war deutlich besser. Die Nacht verbrachte ich wieder auf dem Pleasant Hill nahe Downtown, um am nächsten Morgen wieder früh zum Konsulat zu gehen.

Downtown Calgary wartet wirklich mit einer modernen Skyline auf.

Der Ausflug dorthin war dann der reinste Reinfall. Ohne appointment ging da gar nichts und eine Auskunft zu meinem ESTA, welches mich als deutscher theoretisch ohne Visum einreisen ließ gabs auch nicht. Mal wieder etwas planlos verbrachte ich den Rest des Vormittags erneut bei Starbucks. Dort fasste ich einen neuen Plan. Ich würde mich auf das normale B2 Touristenvisum bewerben und den nächstmöglichen Termin im Konsulat von Vancouver wahrnehmen. Dann wäre ich zumindest schonmal an der Westküste und würde lediglich den Glacier Nationalpark in Montana auslassen müssen. Die nächsten Tage würde ich somit wieder in Revelstoke verbringen können, wo ich mich absolut wohl fühlte. Genau was ich jetzt brauchte. Bevor ich mich Richtung Westen aufmachte, hatte ich an diesem Tag aber noch einen Termin, über den ich mich sehr freute. Ich traf mich mit Brent im Barley Mill Downtown auf ein, zwei Bier.

Das Barley Mill Downtown ist wirklich ein fancy Restaurant, das aber dennoch ein Bier für sagenhafte fünf Dollar verkauft.

Brent hatte ich die Woche zuvor auf dem Agri-Trend Summer Training kennen gelernt und wir verstanden uns richtig gut. Jetzt hatte ich auch in Calgary einen Freund gefunden, den ich hoffentlich bald wieder besuchen kann. Für jetzt war das Kapitel Calgary erstmal abgeschlossen, auch wenn ich in dieser tollen Stadt noch ein paar weitere Tage hätte verbringen können.

Ein Fluss, auf dem man Schlauchboot fahren kann, Brücken mit steinernen Löwen… bin ich wirklich gerade nicht in München?

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