Yellowhead Highway – Auf nach Saskatchewan!

Yellowhead Highway – Auf nach Saskatchewan!

Um zu meinem Praktikum nach Langenburg in Saskatchewan zu gelangen musste ich mir nichtmal ein Navi stellen, obwohl es von Jasper, meinem letzten Aufenthaltsort, bis dorthin nicht weniger als 1335 Kilometer waren. Das einfache daran war jedoch, dass ich die gesamten 1335 Kilometer nicht ein einziges Mal abbiegen musste, da ich die gesamte Strecke auf dem Yellowhead Highway unterwegs war. Zu Beginn grauste es mich, die wunderschönen Rockies hinter mir zu lassen und ins Flachland aufzubrechen, doch nach einer Weile lernte ich die Schönheit dieser Landschaft kennen. Erster Stopp war Edmonton, wo es eigentlich nichts wirklich interessantes anzusehen gibt. Lediglich die West Edmonton Mall sah ich mir an. Die größte Mall Nordamerikas. Hier gab es neben sage und schreibe 800 Geschäften ein Wellenbad, eine Sealife Show mit echten Robben und einen Freizeitpark mit Achterbahnen, die ihre Loopings durch die Mall zogen. Absolut abgefahren! Trotzdem war ich froh, als ich am nächsten Tag wieder losfuhr und die Stadt hinter mir ließ. Nächster Stopp war der Elk Island Nationalpark, ein kleiner, komplett eingezäunter Nationalpark direkt am Highway. Der Nationalpark ist ein Reservat für zahlreiche Tierarten, darunter Hirsche, Bisons, Bieber und viele Vögel.

Eine riesige Herde Bisons graste gemütlich am Wegrand.

Man bekam die Tiere auch tatsächlich zu Gesicht. Teils vom Straßenrand oder Teils von den Trails im Park.

Was für ein fetter Biber! Ich dachte niemals, dass die so groß werden können.

Landschaftlich war der Park eher monoton. Birkenwälder, Wiesen und Teiche bestimmten das Landschaftsbild. Einen Tag dort sein und schon gings weiter.

Lediglich die Biberburgen waren wirklich etwas spektakuläres, für das ich gerne anhielt. Ansonsten war die Landschaft nicht wirklich besonders.

Gute Musik drauf und los in die endlosen Felder. Teilweise sah man sowohl vor sich als auch im Rückspiegel den Highway wie ein gerades Band bis zum Horizont, in regelmäßigen Abständen zweigten die rechtwinklig angeordneten Range Roads ab. Doch nach einer Weile fing die Landschaft wieder an leicht hügelig zu werden, wodurch auch der Highway wieder etwas Kurvenreicher wurde. Nichts, wofür man den Tempomat ausschalten müsste, aber immerhin etwas Spannung, was wohl hinter der nächsten Kurve so zu sehen sei. Obwohl die Landschaft hier fast ausschließlich vom Menschen geprägt war, war sie doch irgendwie schön. Endlos gelb blühende Rapsfelder, Heuballen und hier und da ein paar Weidende Tiere. Und ab und an die von früher verbliebenen Getreidesilos an der Eisenbahnstrecke, die den Highway Richtung Osten begleitet.

Seit ich denken kann hatten wir ein Foto eines solchen Getreidesilos in unserem Wohnzimmer hängen. Jetzt kann ich endlich sagen, dass ich sie auch selbst gesehen habe.

Nächster Halt war dann als der Highway erneut den North Saskatchewan River kreuzte. Es war spät und ich fuhr ein Stück in eine Schotterstraße hinein, die zu einer kleinen Wiese führte. War zwar immer noch nah am Highway, aber in dem Schachbrett hier musste man sich mit solchen Orten als Schlafplatz zufrieden geben. Ich kochte Abendessen und erfuhr an diesem Abend zum ersten Mal, was es bedeutete im “Land of the Living Skies” unterwegs zu sein.

Einer der unglaublich spektakulären Sonnenuntergänge über dem flachen Farmland.

Am folgenden Tag lernte ich dann meinen zukünftigen Arbeitgeber kennen, mit dem ich ab Herbst für drei Monate zusammenarbeiten würde. Jetzt würde ich nur zwei Wochen zur Vorbereitung dort verbringen, in denen ich hoffentlich viele neue Eindrücke über dieses Land sammeln kann.

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