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Die North Cascades – Amerikas Alpen

Die North Cascades – Amerikas Alpen

Ich hatte den Independence Day wirklich super verbracht und damit einen schönen Schlussstrich unter das Kapitel Seattle gesetzt. Jetzt ging es erstmal wieder zurück nach Kanada. Allerdings nicht auf direktem Weg, sondern durch die wunderschönen North Cascades und die dahinterliegende Prärie. Ich tankte nochmal schön billig auf und machte mich auf den Weg Richtung Norden. Den Blick schon auf den Gipfel vom Mount Baker gerichtet fuhr ich vom Highway 5 ab und folgte dem kristallklaren Skagit River hinauf in die Berge. Für diesen Tag hatte ich mir keine Wanderung vorgenommen, dennoch wollte ich nicht einfach nur durch den North Cascades Nationalpark hindurchfahren. Deshalb hielt ich oft an Viewpoints an und informierte mich im Visitor Center über den Park. Der Skagit River, dem die Straße durch den Park folgt, wird von einigen eindrucksvollen Talsperren aufgestaut, wodurch sich sehr schöne Seen gebildet haben.

Eine der massiven Talsperren am Skagit River.

Der wohl eindrucksvollste ist der Diablo Lake, der durch das ihn speisende Gletscherwasser in einem hellen Blauton erstrahlt. Das doch eher trockene Klima gibt dem ganzen dann noch einen mediterranen Touch.

Der Diablo Lake im North Cascades Nationalpark.

Diejenigen, die die North Cascades als die Amerikanischen Alpen getauft haben waren wohl eher in Südtirol unterwegs. Trotzdem recht, ist ja auch schön dort. Mit zunehmender Höhe und Entfernung zum Meer wurde es dann noch trockener. Lediglich oben am Washington Pass fuhr ich durch ein paar Schneefelder. Der Washington Pass stellt die Wasserscheide zwischen dem Skagit River und dem Einzugsgebiet des Columbia Rivers dar, was bedeutete, dass es von nun an fast nur noch bergab ging.

Der Washington Pass vom Viewpoint aus gesehen.

Noch schnell Fotos vom Viewpoint geschossen und los gehts. Motorbremse rein und einfach mal rollen lassen! Ziemlich lang ging das so, bis ich in der flacheren Prärie hinter dem Küstengebirge ankam. Hier dominierten Pferderanchen, Viehhöfe und bewässerte Obstplantagen das sonst eher karge, trockene Landschaftsbild.

Kaum vorstellbar, dass ich wenige Stunden vorher noch durch die Küstenregenwälder gefahren bin. Hier war alles ziemlich trocken.

Natürlich brannte auch hier die Sonne wieder schön auf mein Auto herab und ich schwitzte wie sau. Bis Nelson, B.C., würde ich es heute wohl nicht mehr schaffen, aber vierlicht ist die Grenze noch drinnen. Also fuhr ich weiter durch die Steppen bis dann auch noch eine Straße gesperrt war. Und das hier im Outback. Na toll, die Umleitung ist ganze 30 Kilometer lang! Kann man nicht ändern, gute Musik einspielen und weiter gehts. Weiter durch die trockenen Hügel und die im Wildwest Stil errichteten Dörfer. Es zog sich wirklich ewig, aber die Landschaft war trotzdem schön.

Flüsse stellten die Lebensadern der spärlichen Vegetation in der Prärie dar.

Gegen acht Uhr abends passierte ich dann letztendlich noch die Grenze und stellte mich kurz darauf am Straßenrand zum übernachten hin. 600 Kilometer Fahrt waren dann doch genug für diesen Tag. Doch wie meine Mum mir vor der großen Reise schon gesagt hatte: in Amerika macht es einfach Spaß, Auto zu fahren, weil man so viel dabei sieht.

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