Seattle – Urbanes Amerika

Seattle – Urbanes Amerika

Die erste richtige amerikanische Großstadt, die ich besuchte, war Seattle. Ich meine eine richtige Großstadt, Anchorage zähle ich da nicht. Was soll ich sagen… Seattle hat mich umgehauen! Was für eine fantastische Stadt! So viel Multikulti und Toleranz auf so engem Raum. Fühlte sich absolut nicht an wie im Trump-Land.

Ich erreichte Seattle am 29. Juni, fünf Tage vor dem Independence Day. Den wollte ich unbedingt hier verbringen, allerdings nutzte ich die Zwischenzeit um auch die Nationalparks um Seattle auszuchecken. Mehr dazu und zum Independence Day dann in den nächsten Beiträgen.

Als ich von Vancouver Richtung Seattle fuhr nervte mich erstmal alles. So viel Verkehr, brütende Hitze und ich hatte nichtmal eine Klimaanlage im Auto. Zwischen dem Lärm der Autos und Abgasen rollte ich im stop-and-go Tempo auf Downtown zu, bog davor aber ab und stellte mich erstmal ins Capitol Hill Viertel.

Zehnspurige Highways und trotzdem immer wieder Stau. Sooo viele Autos…

Gleich vielen mir die Regenbogen-Zebrastreifen und unzähligen Regenbogen-Flaggen auf. Gut, scheint wohl das tolerante Viertel zu sein. Doch auch als ich von dort aus nach Downtown lief, blieb das Bild gleich. Jeder kam hier mit jedem aus.

Multikulti auf den Straßen Seattles. Eine Partie Schach in Downtown.

Ich fühlte mich tatsächlich sofort willkommen. Hier war wirklich alles multiculti. Sogar die Gebäude. Deutlich häufiger als in Vancouver waren hier alte, historische und moderne, verglaste Gebäude direkt nebeneinander. Was für ein tolles Stadtbild.

Ein bunter Mix: historische und moderne Gebäude teilen sich den Platz in Downtown.

Ein weiterer Ort, an dem ich mich während meiner ersten Erkundungstour sehr wohl fühlte war der Pike Place Market. Fast schon wie in Asien tummelten sich hier die Besucher zwischen den Ständen, die viel Handwerkskunst und feines Essen anboten.

Direkt an der Waterfront liegt der Pike Place Market.

Ich blieb ein Weilchen dort und ging dann weiter, wieder durch die Häuserschluchten Downtowns. Die Sonne brannte wirklich runter, doch die Hochhäuser boten viel Schatten. Sehr angenehm.

Immer schön nach oben blicken. Viele der Häuser waren echt sehenswert.

Später machte ich mich dann mit dem Auto auf den Weg zu einem Viewpoint im Queen Anne Viertel. Unglaublich! Die Skyline ist einfach fantastisch, und sogar der Mount Rainier war im Hintergrund zu erkennen. Ich beschloss kurzerhand einfach dort oben zu pennen. Es gab keine Parkuhren, wie sonst gefühlt überall, also war der Ort perfekt. Ich kochte dort, erntete dafür ein paar schräge Blicke, aber wieso eigentlich nicht? Abendessen an schönen Orten. Ich störte ja niemand. Die waren bestimmt nur neidisch auf mein Couscous mit Tomatensauce. Die Zeit verging und die Sonne verschwand langsam hinter dem Horizont. Schon wieder so eine verflixte Situation, in der man ständig Bilder machen muss.

Sonnenuntergang in Seattle. Und schemenhaft ist sogar der Mount Rainier erkennbar.

Viel Arbeit danach beim aussortieren, aber was soll’s. Während meiner Foto-Session lernte ich Abi kennen, der vor vier Jahren aus Indien nach Seattle zog und Fotographie für sich entdeckt hatte. Gemeinsam unterhielten wir uns Stunden lang und versuchten das Beste aus unseren Kameras herauszuholen.

Bis spät abends schossen wir zahlreiche Bilder.

Ein kreativer Versuch, die Kamera während einer Langzeitbelichtung zu bewegen. Nicht schlecht, oder?

Um kurz vor elf beschloss ich dann schlafen zu gehen und diese geile Szenerie um fünf Uhr am Morgen bei Sonnenaufgang einzufangen. Gesagt, getan. Um fünf stand ich auf der Matte. War ja nur 10 Meter von meinem Heim entfernt. Ob sich das aufstehen gelohnt hat, weis ich nicht so genau, auf jeden Fall war die Sicht nicht so wirklich klar.

Immerhin besser sichtbar als am Abend zuvor: Der Mount Rainier und die Skyline um 5:30 Uhr morgens.

Was Solls, nochmal zwei Stunden gepennt, dort gefrühstückt und weiter ging’s. Ich wollte noch einen Viewpoint in West-Seattle aufsuchen, der die Skyline vor dem Wasser zeigte. Also fuhr ich einmal entlang der Waterfront um den Hafen herum. Zwei oder dreistöckige Highways entlang, gleich zweimal verfahren.

Drunter und drüber schlängeln sich die Highways and der Waterfront entlang.

War ja klar dass meine offline Map da nicht mehr durchblickt. Einfach alles gigantisch hier. Irgendwann bin ich dann doch angekommen, genoss den Blick für ein Weilchen, aß ein paar Sandwiches zum Mittagessen und kehrte danach Seattle erstmal den Rücken zu. Jetzt ging raus in die Natur. Zwei Millionenstädte in so kurzer Zeit waren dann doch etwas erdrückend. Ich würde dann in vier Tagen für das große Feuerwerk am Independence Day wieder da sein. Bis dann!

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