Abschied in Vancouver – Bilanz des ersten Roadtrips

Abschied in Vancouver – Bilanz des ersten Roadtrips

Abschiede sind scheußlich. Ich hatte es bisher gut verdrängt, aber jetzt war die Zeit gekommen, dass ich mich von meinem Travelbuddy Moritz trennen musste, da dieser wieder nach Deutschland zurückflog. Ich würde also vorerst alleine weiterreisen. Ich hatte noch keine einzige Nacht alleine in meinem Van verbracht, man hatte sich einfach daran gewöhnt zu zweit unterwegs zu sein. Mann, was hatten wir für eine geile Zeit zusammen! Und hey, wir haben es nach Alaska geschafft! So viele tolle Erinnerungen, die ich nie vergessen werde.

Beweis-Selfie vom Ende der Welt. Wir waren in Alaska im Denali Nationalpark!

Zusammen haben wir es geschafft mit einem kleinen Budget Alaska, das Yukon Territory, British Columbia und die kanadischen Rockies zu erkunden. Und sind dabei nicht verhungert, verdurstet, vom Bären gefressen worden oder in der Wildnis verloren gegangen. Im Gegenteil, wir waren nach einigen Wochen das perfekte Team und wussten uns in jeder Situation zu helfen. Generell konnten wir viel voneinander lernen, da wir grundsätzlich sehr verschieden waren. Und damit will ich jetzt nicht auf den enormen Größenunterschied zwischen uns beiden anspielen. Ich lernte von Moritz viele nützliche Dinge, die mir in Zukunft wohl viel weiterhelfen werden. Dank Moritz gab es immer ein gesundes, vielfältiges Essen.

Küchenchef und Ernährungsberater bei der Arbeit. Ich hab meistens abgespült und Nudeln gekocht. Das konnte ich ganz gut!

Oatmeal (Haferflocken) und Avocados werden wohl für den Rest meines Lebens Bestandteil meiner Ernährung bleiben. Außerdem lernte ich mich in Geduld zu üben. Wir waren im Urlaub, da war meine typisch deutsche Hektik echt manchmal fehl am Platz. Auch wenn mein Geduldsfaden manchmal schier riss, versuchte ich stets geduldig zu warten, bis auch Moritz fertig gegessen hatte. Und außerdem wusste ich jetzt sehr viel mehr über das Skifahren in Kanada. Eine Sache, die für den Winter ganz interessant werden könnte. Vielleicht ergibt es sich ja, dass wir uns im Winter hier wieder über den Weg laufen werden.

Jetzt war ich also alleine unterwegs. In Vancouver warteten aber noch ein paar alte Bekannte auf mich. Am Abend, nachdem Moritz abgeflogen war, traf ich mich mit dem Franzosen Yannik, den ich zu beginn meines Jahres im Hostel kennen gelernt hatte. Wir kochten in einem Park gemeinsam Abendessen und spielten danach noch etwas Frisbee. Außerdem erzählten wir uns natürlich gegenseitig die Geschichten unserer letzten zwei Monate. Danach gings während der blauen Stunde nach North Vancouver zum Walmart, dort einkaufen und übernachten.

Vancouver Downtown zur blauen Stunde. Kein schlechter Anblick.

War gleich um die Ecke der Werkstatt, in der ich mein Auto am nächsten Morgen zum Ölwechsel angemeldet hatte. Schon der zweite, wir waren nämlich bereits über 11.000 Kilometer unterwegs gewesen. In zweieinhalb Monaten. Was für ein Roadtrip!

Am nächsten Morgen bekam ich gleich mal ne Mahnung, dass das kein Overnight Parking sei. Ok, nächstes Mal halt woanders hinfahren, abgehakt. Nachdem das Auto wieder startklar war, traf ich mich erneut mit Micheal und Sophie, den AirBNB Hosts, bei denen ich am Anfang meines Kanada Abenteuers eine Woche gewohnt hatte. Bekannte Gesichter halfen einfach darüber hinweg, jetzt alleine unterwegs zu sein.

Für den nächsten Tag plante ich nach Seattle zu fahren. Ich meldete mich noch bei einem Rideshare Forum an, Kosten für Sprit sparen war jetzt angesagt, wo ich nur noch alleine unterwegs war. Vielleicht findet sich ja noch wer. Von Seattle würde ich dann weiter zum Mount St. Helens und zum Mount Rainier fahren, aber dazu dann später mehr.

Bis jetzt war die Zeit in Kanada wohl die beste meines bisherigen Lebens, soviel kann ich schon sagen. So selbstständig wie hier musste ich bisher kaum sein und doch habe ich alle Probleme und Herausforderungen gemeistert. Solls doch bitte einfach so weiter gehen.

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1 Kommentar

  1. Oda
    Donnerstag, der 29. Juni 2017 / 18:57

    Es soll so weitergehen. Das wünsche ich Dir von Herzen. Und das ist auch nicht so ganz uneigennützig: so erfahre ich sehr persönlich etwas von einer Gegend, in der ich noch nie war und in die ich wohl auch nie kommen werde. Alles Liebe für die kommenden Routen, lieber Moritz. Od

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