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Denali Nationalpark – Kälteschock

Denali Nationalpark – Kälteschock

Eines unserer Hauptziele in Alaska war der Denali Nationalpark, welcher den Großteil der Alaska Range abdeckt und über dem der Mount Denali, auch als Mount McKinley bekannt, als der höchste Berg Nordamerikas thront. Wir erreichten den Park am Nachmittag und führten das übliche Prozedere zur Registrierung für die Backcountry Permit durch. Zudem kauften wir uns gleich die Bustickets für den Shuttle, der uns in den Park bringen würde. Am nächsten morgen traten wir dann die Fahrt in den Park an. Vorbei an schneebedeckten Gipfeln fuhren wir weiter und weiter in den Park hinein.

Alpine Tundra und schneebedeckte gipfel prägen die Landschaft im Denali Nationalpark.

Der Busfahrer erklärte einige interessante Fakten über den Park, was allein die Busfahrt schon lohnenswert machte. Zudem konnten wir tatsächlich einige Wildtiere vom Bus aus beobachten.

Von grasenden Karibus…
… über Dall-Schafe…
… bis hin zu einen Grizzly mit seinem Jungen, welches sich leider nicht vor meine Kameralinse traute, konnten wir alles vom Bus aus beobachten.

Auf dem Rückweg der Tour ließen wir uns dann in der Unit 29 absetzen, für die wir uns zwei Nächte registriert hatten. Voll beladen machten wir uns auf den Weg in die alpine Tundra. Es war das erste mal Backcountry-Hiking, bei dem wirklich gar keine Trails vorhanden waren und reines Pfadfinderkönnen  den Weg bestimmte. Leider waren wir darin nur bedingt gut und landeten oft vor Unmengen von hohem Gestrüpp oder schwer zu durchquerenden Canyons. Schnell ging uns das ganze auf die Nerven, da wir pro Stunde gerade mal knapp eine Meile voran kamen. Gegen spät am Nachmittag beschlossen wir in einem Bergsattel unser Zelt zu errichten. Von dort aus hatten wir einen guten Überblick über unsee Umgebung und waren auch für potentielle Wildtiere gut sichtbar. Wir wollten ja keine überraschen und dadurch zu Angriffen verleiten.

Windgeschützt und dennoch gut sichtbar: unser Zelt in der wildnis des Denali Nationalparks.

Es war mittlerweile richtig frisch geworden und das Kochen an unserer 100 Meter entfernten Kochstelle war äußerst unangenehm. Immerhin wärmte uns die Mahlzeit nochmal ein bisschen auf. Früh am Abend gingen wir in unser Zelt, da dort der kühle Wind uns nichts anhaben konnte. Doch die Temperaturen vielen und vielen bis unter Null Grad Celsius und wir bekamen die Nacht kaum ein Auge zugedrückt.

Sua kalt war’s, aber für nen Selfie im Zelt kann man schonmal ein Lächeln aufsetzen.

Da machte es sich halt bemerkbar, dass wir als Traveller nicht von allem die beste Ausrüstung hatten. Erst die Morgensonne wärmte das Zelt wieder einigermaßen erträglich auf. Nach dem Frühstück, als wir wieder zu Kräften kamen, beschlossen wir wie geplant den Igloo Mountain zu besteigen, der im Gegensatz zum Sable Mountain, welcher auch in unserer Unit lag, kaum mit Schnee bedeckt war.

Blick von unten auf den Igloo Mountain, dessen Grat wir bis zum höchsten Gipfel entlangkletterten.

Der Aufstieg war deutlich einfacher als am Vortag, da wir schnell über die Grenze der dichten Vegetation hinaus gelangten und uns nicht mehr durchs Gestrüpp kämpfen mussten. Nachdem wir den Grat zum Gipfel überschritten hatten zeigten sich uns große Teile unserer Umgebung in voller Pracht.

Geschafft! Trotz der kalten Nacht hatten wir unser Ziel erreicht und wurden mit einem tollen ausblick belohnt!

Nur nicht der Mount Denali, der während der gesamten Zeit in Wolken verdeckt blieb. Da wir deutlich schneller am Gipfel ankamen und danach wieder abstiegen, als wir vorher dachten, entschieden wir uns dazu an diesem Tag den Park wieder zu verlassen. Noch eine Nacht in der Kälte war uns dann doch zu viel. Nicht, dass wir es nicht noch durchgehalten hätten, aber es war erst früher Nachmittag und wir hatten eh kaum noch was vor, also hätten wir nur gefroren. Also stiegen wir wieder durch das Tal ab, durch das wir gekommen waren und warteten and der Straße auf einen Bus. Leider waren die ersten beiden komplett voll und wir mussten auf den dritten warten. Blöd, wenn die Busse nur jede Stunde fahren. Am Abend waren wir dann letztendlich erst wieder an unserem Auto und konnten darin die Nacht etwas komfortabler verbringen. Um trotzdem noch etwas mehr vom Park zu erleben besuchten wir am nächsten Vormittag noch die Huskystation, in der die Schlittenhunde des Parks gehalten wurden, da dieser im Winter nicht anders zugänglich ist. Ein bisschen Hunde streicheln, ein kleiner Vortrag und eine Demonstration vervollständigten das Programm.

Denen wars nicht so kalt, die hätten lieber wieder Winter gehabt. Die Schlittenhnde des Nationalparks.

Der Denali Nationalpark wird mir trotz der kalten Nacht sehr positiv in Erinnerung bleiben, da er wirklich einzigartige Natur und Wildnis beheimatet. Wiederkehren werde ich wohl irgendwann einmal, denn das Herzstück des Parks, den Mount Denali, hatte ich bei diesem Besuch leider nicht erblicken können.

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