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Auf in den Yukon – der Cassiar Highway

Auf in den Yukon – der Cassiar Highway

Nachdem wir Revelstoke verlassen hatten und im Glacier Nationalpark noch alle Trails geschlossen waren, machten wir uns auf nach Lake Louise. Auch dort war noch alles vom Winter beherrscht. Für uns gab es dort noch nicht viel zu tun, also fuhren wir gleich den Icefields Parkway nach Norden. Eine Straße, über die ich später auf jeden Fall noch berichten werde, da es die mit Abstand schönste ist, die ich je gefahren bin. Aber ich werde sie in einem Monat nochmal fahren und vielleicht danach nochmal, also werde ich alle Eindrücke auf einmal in einem Post zusammenfassen. Von Jasper aus fuhren wir gleich weiter nach Prince George. Von dort aus gibt es zwei Wege nach Whitehorse. Für den Hinweg entschieden wir uns für die Route über den Yellowhead Highway und Cassiar Highway. Diese verläuft durch den Nordwesten British Columbias. Ab Prince George wollten wir den Weg bis nach Whitehorse in zwei Tagen bewältigen. 1621 Kilometer! Vor uns lag eine lange, aber oft auch sehr, sehr schöne Strecke.

Den Ersten Tag regnete es bis zum Nachmittag, was aber nicht weiter schlimm war, denn die Strecke auf dem Yellowhead Highway war nicht der schönste Teil. Erst ab dem Abzweig auf den Cassiar Highway in Kitwanga bieten die Berge, welche sich an der Pazifikküste erheben, ein sagenhaftes Panorama. Umso besser, dass kurz nachdem wir auf den Highway einbogen der Himmel aufriss und die Sonne schien.

Schneebedeckte Gipfel säumen den Cassiar Highway.

Wir fuhren also Stundenlang an den mit reichlich Schnee bedeckten Gipfeln entlang, hörten dazu super Roadtripmusik und freuten uns auf Alaska. Auf halber Strecke, an der Meziadin Junction beschlossen wir aufgrund des grandiosen Wetters noch einen Abstecher zum Bear Glacier zu machen, der an der Straße zur Küste nach Steward liegt. Absolut die Beste Entscheidung! Wir waren die einzigen, die an der Straßenseite anhielten, von der aus der Blick auf den Gletscher und den vorgelagerten See möglich war. Generell war es hier im Norden der Provinz schon deutlich einsamer. Manchmal verging gut eine halbe Stunde fahrt, ohne dass man einem anderen Auto begegnete. Für uns bot die Einsamkeit die Möglichkeit ein bisschen außergewöhnlichere Bilder zu machen.

Kann man schon mal machen, wenn man alleine dort ist. Ich auf unserem Auto Max. (Wenn Moritz und Moritz unterwegs sind, kann das Auto eigentlich nur Max getauft werden)

Insgesamt warf der Abstecher uns nur circa 30 Minuten in unserem Zeitplan zurück, bescherte uns aber ein absolutes Highlight Kanadas. An diesem Abend fuhren wir noch weiter und bogen schließlich auf den Bob Quinn Wilderness Campground ab, der im Prinzip kein offizieller Campingplatz war, aber definitiv das Potential zum schönsten Campground der Welt hätte. Ein, zwei weitere Camper standen dort, wobei nur ein Zelt derzeit auch bewohnt war. Direkt am See auf einem kleinen Podest konnten wir vor umwerfender Kulisse unser Abendessen zubereiten.

Abendessen kochen mit nem gar nicht mal so schlechten Ausblick.

Mit zunehmender Dunkelheit verwandelte sich die Landschaft in ein Kunstwerk aus Schneebedeckten Gipfeln, Baumwipfeln und dem Spiegelbild des ganzen im See. Und Uns mittendrin! Schöner gehts gar nicht.

Die Blaue Stunde tauchte die Landschaft in ein magisches Licht.

Spät abends kam dann noch das Auto des bewohnten Zelts auf den Platz gerollt. Es waren drei Jäger, die für die Jagd auf Grizzlybären ihr Lager auf dem Campground errichtet hatten. Sie luden uns noch in ihr mit einem Ofen beheiztes Zelt ein und zeigten uns Bilder ihrer Jagdausflüge. Wir lernten an diesem Abend noch einiges über die Jagd und die Lizenzen, die dafür benötigt wurden, bevor wir ins Bett gingen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits 17 Braunbären und drei Grizzlybären gesehen, es war also längst nicht mehr so besonders wie bei unserer ersten Begegnung an den Keyhole Hotsprings.

Interessiert blickte uns der Grizzly vom Straßenrand hinterher.

Am nächsten Tag verließen wir schweren Herzens den wunderschönen Campground und fuhren weiter bis ins Yukon Territory. Kurz vor der Grenze konnten wir noch die gigantischen Ausmaße der Waldbrände des Vorjahres bestaunen, die große Teile der Gegend in eine Mondlandschaft verwandelt haben.

Einst wuchs am Ufer des Sees ein üppiger Wald, jetzt ist davon jedoch nicht mehr viel übrig geblieben.

Und dann hatten wir es geschafft. Wir erreichten den Yukon.

Noch ein weiter Weg bis Alaska, doch die erste Etappe ist geschafft!

Nur noch ein paar weitere Stunden vergingen, bis wir in dessen Hauptstadt, in Whitehorse, ankamen. Zwei wirklich anstrengende Tage gingen zu Ende und wir freuten uns wirklich auf spannende Abenteuer, die wir hier Oben erleben wollten.

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