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Mein Trip nach Indonesien

Mein Trip nach Indonesien

Auch wenn Indonesien schon ein halbes Jahr her ist, möchte ich diesen Urlaub gerne nochmal für alle hier zusammenfassen. Es war der entscheidende Zeitpunkt in meinem Leben, der mir bewusst gemacht hat, was ich alles verpasse, wenn ich nicht raus gehe und etwas erlebe. Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass die zwei Monate dort mit die Besten meines bisherigen Lebens waren.

Indonesien war das erste mal, dass ich mir einfach so alleine Flüge gebucht habe und mir sagte: „Jetzt probiere ich mal was aus!“. Ich hatte gleich Glück, denn mein Reisezeitraum überschritt nicht 60 Tage, wodurch ich mit dem Visum alles vor Ort klären konnte. Direkt beim ersten Urlaub blauäugig Glück gehabt. Wird schonmal nicht mehr vorkommen, dass ich, Ohne mich vorher zu Informieren, wohin fliege. Check!

Weiteres Glück hatte ich zudem noch, dass sich während meines Zeitraums gleich noch zwei meiner Freunde für das selbe Ziel entschieden, und ich so auch manchmal mit alten Bekannten unterwegs sein konnte.

Aber jetzt von Anfang an: am 27. Oktober 2015 startete meine Maschine in München, mit an Bord: ich, etwas aufgeregt, ein paar Surfer, die ich schon beim Boarding kennen gelernt habe und natürlich noch andere zufällige Gäste. Dass ich die Surfer nach anderthalb Monaten in Indonesien wiedertreffend würde war mir zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar. Stopover in Doha, schönen Blick auf die Skyline gehabt und weiter. Am 28. Oktober komme ich zu Ortszeit am Abend völlig übermüdet in Denpasar, Bali, an. Klar flog ich nach Bali, da fliegt doch zur Zeit jeder hin, der nach Indonesien will, und ich war ja nur wenig vorbereitet, wollte erstmal eine Auszeit. Transfer zum Hostel, einchecken und schon die erste Überraschung. Die komplette Lobby war voll von Deutschen. Ich erkannte, dass ich wohl ziemlich häufig in diesem Urlaub auf Deutsche treffen würde, was mich zunächst erstmal etwas entspannte. Im Hostel in Kuta Beach blieb ich drei Nächte, ist ja auch wirklich nicht die schöne Seite Indonesiens dort. Mittlerweile ist auch Clemens angekommen, ein Freund, der in München mit mir im selben Haus wohnt und der gerade aus Australien nach Indonesien gekommen war. Zusammen mit ihm und Antonio, einem chilenischen Zauberer, der auch etwas deutsch konnte, reisten wir weiter nach Ubud. Ubud war wirklich ein Ort, der mir sehr zugesagt hat. Geschäftig, wie alles in Indonesien zu sein scheint, aber nicht total überfüllt, mit einigen netten Attraktionen. MonkeyForest, Tempel, Handwerkskunst, alles konnten wir uns anschauen. Highlight waren jedoch die Fahrten mit dem Roller durch das Umland, über Straßen, gesäumt von Reisterassen, kleinen ländlichen Dörfern und natürlich Regenwald.

Reisterrassen im Umland von Ubud

Nach nur drei Nächten sind wir weitergereist. Antonio hatte Geburtstag und wollte diesen unbedingt auf Gili Trawangan feiern. Clemens konnte leider nicht gleich mitkommen, er musste ins Krankenhaus, nachdem er von Tauchgängen in Australien die Dekompressionskrankheit bekommen hatte. Blöde Sache, vor allem wenn man mit Versicherungen, usw. im Ausland rumkämpfen muss. Jetzt waren wir also auf Gili Trawangan, der Partyhochburg der Gili-Inseln. Es war wirklich genial. Tagsüber haben wir uns mit den Schildkröten um die Insel das Wasser geteilt, abends wurde bei Sonnenuntergang ein Bierchen genossen und danach ging es auf zum feiern.

Schnorcheln auf Gili Trawangan

Sechs Nächte haben wir das Ausgehalten, dann beschlossen wir weiter zu fahren, da einige der mittlerweile vier Mitreisenden schon bald wieder Indonesien verlassen mussten. Mit von der Partie waren Maxi aus Deutschland, Cian aus Australien, Lasse aus Dänemark, Antonio und ich. Clemens musste schon wieder zurück nach Bali  ins Krankenhaus. Für uns stand nun Lombok auf der To-Do-Liste. Eine Nacht in Senggigi und zwei Nächte in Kuta Lombok haben wir verbracht. In Kuta haben wir auch einen Tag Boards ausgeliehen und ein Boot gemietet, um die dort bekannten Reefbreaks vor der Küste zu surfen. Ich wäre gerne noch länger auf Lombok geblieben, jedoch mussten die anderen zurück nach Bali, da deren Weiterreise kurz bevorstand. „Macht nichts“, dachte ich mir, „habe ja noch einen Monat Zeit“. Auf Bali haben wir uns nach Canggu begeben, eine der besten Entscheidungen die wir treffen konnten. Canggu ist auf der Liste meiner Beliebtesten Orte der Welt bisher sehr weit oben. Perfekte Surfbedingungen, ausgelassene Stimmung, chilliges Hostel. Alles in allem habe ich während meinem Aufenthalt in Indonesien bestimmt 20 Nächte dort verbracht. Auch Clemens konnte dort noch einige schöne Tage verbringen, zwar immer noch nicht Gesund, aber doch körperlich in reisefähigem Zustand. Von Canggu aus haben wir zu zweit einige Ausflüge nach Uluwatu und Padang-Padang gestartet und einen Zweitagesausflug in den Norden Balis unternommen, nur Clemens, ich und ein Roller, der die steilen Anstiege meist gar nicht mehr packte.

Eintagesausflug nach Uluwatu

Dafür hatten wir wunderschöne Ausblicke vom Hochland Balis aus und fanden dort die Schönheiten, die die Natur Balis zu bieten hatte, waren sie doch sonst schon überwiegend dem Menschen gewichen. Wasserfälle, heiße Quellen, Tempel, Bergseen. solltet ihr jemals nach Bali kommen solltet ihr tunlichst einen Abstecher in das Hochland und den Norden mit einplanen. Die letze Woche die Clemens in Indonesien verblieb versuchten wir so zu planen, dass wir Yasemin und deren Familie, ebenfalls Nachbarn aus München, treffen könnten, was allerdings nicht ganz klappte, da wir unterschiedliche Ziele besuchen wollten. Also trafen wir zumindest Yasemin’s Familie in Ubud zum Pizza essen und später nochmal auf der Insel Nusa Lembongan. Den Abstecher dorthin haben wir unternommen, kurz bevor Clemens zurück nach Australien und dann Deutschland flog und während ich im Behördenstress wegen der Verlängerung meines Visums steckte. Definitiv eine weitere Gute Entscheidung, denn um Nusa Lembongan gab es die bisher schönsten Korallenriffe die ich je gesehen habe, zudem wunderschöne Mangrovenwälder und dazwischen traumhafte, einsame, weiße Sandstrände, die wir im doch sehr touristischen Gebiet um Bali und Lombok bisher vergeblich gesucht hatten.

Clemens und ich am einsamen Secret Point Beach auf Nusa Lembongan

Danach hieß es also Abschied nehmen von Clemens, und auch Yasemins Eltern reisten weiter. Ich blieb noch ein paar Tage in Kuta Bali und reiste dann zurück nach Gili Trawangan. Dort kannte ich bereits vom ersten Mal den Indonesier Agoung, der dort ein kleines Hostel betrieb. Neben dem Hostel betreibt dieser allerdings auch noch ein Hotel in Canggu, Bungalows auf Gili Air, er besitzt Villen auf Bali und in Brasilien und hatte am Abend for meiner Ankunft 300.000 US Dollar in eine Tauchschule investiert. Kurz gesagt, nicht so der typische Indonesier. Trotz seines Wohlstands im sonst eher durch einen einfachen Lebensstil geprägten Indonesien war Agoung ein sehr fairer, aufgeschlossener Mensch, dessen drang zu Party, Alkohol und Drogen manchmal etwas überhand nahm. Dennoch hatten wir eine Menge Spaß in den Tagen, die ich auf Gili Trawangan verbrachte. Gewohnt habe ich in seinem Hostel, das zu dieser Zeit renoviert wurde und eigentlich gar nicht offen, geschweige denn normal erreichbar war. Also stieg ich ständig über eine Metalleiter auf den geländerlosen Balkon, ging durch ein Loch in der Wand in das Hostel, hatte dieses aber für mich allein. Lediglich Johny, sein freundlicher Hostel-Mitarbeiter kam ab und zu vorbei und wischte den Gang. Mit Johny verbrachte ich sehr viel Zeit auf Gili T., was mein Erlebnis dort im Gegensatz zum ersten Mal dort sehr unterschied, da ich überwiegend Locals und deren Geschichten kennen lernen durfte. Mir hat das gezeigt, dass in diesem Land teilweise sehr starke Gegensätze trotzdem zu einem guten Zusammenleben führten. Agoung half mir über seine Connections noch ein gutes Angebot für einen viertägigen Trip nach Komodo auszuhandeln und schon ging es weiter. Vier Tage auf einem Boot, außer mir noch 13 weitere Gäste. Nicht schlecht, denn eigentlich war das Boot für 35 Gäste ausgelegt, da aber schon Nebensaison war hatten wir Glück. Die gesamte Truppe auf dem Boot war wirklich eine angenehme Gruppe, am Besten verstand ich mich mit Kévin aus Frankreich, halb aus Madagaskar, der gerade von Australien aus Indonesien besuchte. Vier Tage auf einem Boot sind kein wirkliches Zuckerschlecken, da das kühle Nass nur wenige Meter unter einem ist, man aber nur während der Pausen auch hineinspringen konnte. Mit Büchern und Musik bewaffnet und einer guten Gesellschaft durch Crew und Mitpassagiere ist dennoch selten Langeweile aufgekommen. Für die lange Zeit entlohnten die Stopps die wir auf der Reise machten.

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Wunderschönes Korallenriff auf dem Weg nach Komodo

Wunderschöne Korallenriffe, einsame Regenwälder, Wasserfälle, kleine Inseln mit wunderschönen Ausblicken und natürlich das Highlight: Die Komodowarane auf den Inseln Kommodo und Rinca. Einzigartig auf der welt und ich stand direkt vor diesen Geschöpfen. Wahnsinn! Absolut den Aufwand wert!

Einer der Komodowarane (Foto: Kévin)

Zudem habe ich es durch den Trip geschafft der Haupttouristenregion zu entfliehen und habe komplett neue Eindrücke über das Land gesammelt. Am Ende des Trips hat sich die Gruppe dann wieder aufgelöst, mit Kevin bin ich dennoch weiterhin in Kontakt. Nette Menschen vergisst man eben nicht und bestimmt wird man sich eines Tages irgendwo auf der Welt wiedersehen. Ich machte mich von Labuanbajo, der Hauptstadt der Insel Flores, wo unser Trip endete, wieder auf den Weg zurück nach Lombok. Klapperiger Bus, Fähre, hochmoderner, klimatisierter Bus; irgendwie habe ich so ziemlich jedes Verkehrsmittel, dass es in Indonesien gibt auch genutzt. Als ich am morgen in Lombok ankomme erscheint mir dieses in anderem Licht, als ich es das erste Mal sah. die Regenzeit hatte eingesetzt und wo sonst trockene, verdorrte, ja gar verbrannte Felder und Wälder waren war nun alles Grün. Schön auch diesen Wandel gesehen zu haben. Von Lombok zurück nach Gili T, wo ich dann auch wie anfangs erwähnt die münchner Surfer wieder traf.  Ich hatte eigentlich noch einen Punkt auf meiner Liste. Besteige den Vulkan Mount Rinjani. Unglücklicherweise brach dieser während meines gesamten Aufenthalts in Indonesien mehrmals aus und war deshalb die meiste Zeit gesperrt. Da hab ich mir eben was übrig gelassen, falls ich mal wieder in Indonesien vorbei komme. Die letzte Woche verbrachte ich, überschüttet von neuen Impressionen und Erfahrungen wieder in Canggu zum surfen und relaxen. Dort habe ich es dann letztendlich auch noch geschafft Yasemin zu treffen, die ich seit gut einem Jahr nicht mehr gesehen hatte.  Noch ein paar günstige Souvenirs und Geschenke für zu Hause kaufen und dann kam der Tag des Endes meiner Reise. Am 23.12. 2015 betrat ich das Flugzeug, dass mich wieder zurück nach Doha und von dort aus nach München brachte.

Die zwei Monate in Indonesien haben mich als Menschen deutlich geprägt. Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, die leider nicht alle in dieser Zusammenfassung Erwähnung finden konnten, jedoch alle mein Erlebnis dort zu dem gemacht haben, was mich so gerne an diese Zeit zurückdenken lässt. Rückblickend würde ich fast alles wieder genau so machen.

3 Kommentare

  1. Litterst, Renate
    Dienstag, der 4. Oktober 2016 / 21:38

    Hi Moritz, bekomme gerade Feeeeernweeeeh, wenn ich die Texte und so tolle Bilder sehe…. !
    Gerne mehr davon ☺LG from the Black Forest Renate

  2. Uta
    Montag, der 15. Mai 2017 / 23:07

    Lieber Moritz,
    bin gerade das erste Mal auf Deiner Seite, weiß jetzt etwas mehr über Clemens‘ Bali Aufenthalt 😉 und erfreue mich sehr an den vielen schönen Fotos all Deiner Reisen!
    Ich wünsche Dir weiterhin so viele schöne Erlebnisse und gute Erfahrungen!
    “Die ersten 50 Jahre sind Text, die zweiten 50 Jahre sind Kommentar“ – also weiter im Text!!!!
    Liebe Grüße, Uta

  3. Mittwoch, der 13. September 2017 / 07:46

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